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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

Reingas Bei dem

Reingas Bei dem CT-Eco-Verfahren kommt ein Trägermaterial aus hochporösen Polyurethan-Schaumkörpern zum Einsatz, das zur weiteren Vergrößerung der Oberfläche zusätzlich mit Aktivkohle dotiert ist. Darauf befindet sich ein Bakterienfilm, der in der Lage ist, die Schadstoffe aufzunehmen und zu Kohlendioxid und Wasser zu verstoffwechseln. Die Schadstoffe dienen den Mikroorganismen als Nahrungsquelle. Andere für das Bakterienwachstum essenzielle Nährstoffe werden nach Bedarf zusätzlich dosiert. Im Betrieb bildet sich dann eine an die jeweiligen Bedingungen angepasste Bakterienkultur aus, wodurch eine Vielzahl organischer Schadstoffe abgebaut werden kann. „Die Aktivkohlebeschichtung auf dem PU-Trägermaterial bietet optimale Lebensbedingungen für die Bakterien, um ihre biologische Aktivität voll zu entwickeln. Hohe Abbauleistungen auf kleinstem Raum werden dadurch ermöglicht“, führt Bayler weiter aus. „Außerdem hat die Aktivkohle eine Art Pufferfunktion: Schadstoffspitzen werden zunächst an der Aktivkohleoberfläche adsorbiert und können dort über einen längeren Zeitraum durch die Mikroorganismen abgebaut werden. Gleichzeitig bewirkt dieser Puffer, dass die Bakterien auch über einen längeren Zeitraum ohne Schadstoffzufuhr von außen überleben können.“ Dadurch löst das CT-Ecot LUFTREINHALTUNG ANLAGENBAU MODULARE BIOLOGISCHE ABLUFTREINIGUNG VOC-haltige Abluftströme werden in der verarbeitenden Industrie meist mittels thermischer Verfahren behandelt. Da diese oftmals ein großes Volumen mit vergleichsweise geringer Schadstoffbelastung aufweisen, können sie unter Umständen äußerst energie- und betriebskostenintensiv sein. Eine biologische Abluftreinigung stellt eine Alternative dar. Die Centrotherm Clean Solutions GmbH & Co. KG hat ihr Produktportfolio um Anlagen zur biologischen Behandlung VOC-haltiger Abluft- und Abwasserströme erweitert. Das zugrundeliegende CT-Eco-Verfahren beseitigt zuverlässig Schadstoffe, indem es sich die Tatsache zu Nutze macht, dass die meisten organischen Verbindungen durch spezielle Mikroorganismen biologisch abbaubar sind. Ein modulares Anlagenkonzept macht es möglich, das Verfahren kundenspezifisch an den jeweiligen Anwendungsfall anzupassen. „Bei der Auswahl eines geeigneten Abluftreinigungskonzepts spielen nicht nur die Investitionskosten und die Notwendigkeit, gesetzliche Emissionsgrenzwerte einzuhalten, eine wichtige Rolle“, erläutert Dr. Angela Bayler, Zuständige für den Bereich Entwicklung von neuen Technologien der Firma Centrotherm Clean Solutions GmbH & Co. KG. „Auch Faktoren wie der Bedien- und Wartungsaufwand, Energie- und andere Betriebskosten sowie die Flexibilität Die modulare Bauweise der Anlagen macht es möglich, das Verfahren auf unterschiedliche Anwendungsfälle anzupassen Rohgas Filterbett mit Biofilm Nährsalze des Verfahrens, sich an unterschiedliche Prozessbedingungen anzupassen, gilt es zu bedenken.“ Während der biologische Abbau von organischen Schadstoffen zum Beispiel bei der Aufarbeitung kommunaler Abwässer in Kläranlagen ein seit langem etabliertes Verfahren ist, haben sich biologische Verfahren zur Abluft- und Abwasserreinigung in der Industrie noch wenig durchgesetzt. Die Gründe dafür sind unter anderem der hohe Platzbedarf herkömmlicher Biofilter, aber auch die bisweilen mangelnde Langzeitstabilität der Abbauleistung. Außerdem lassen sich biologische Verfahren oftmals nur schwer an schwankende Betriebsbedingungen wie zum Beispiel fluktuierende Schadstoffkonzentrationen und -zusammensetzungen anpassen. VOC-haltige Abluftströme werden in der verarbeitenden Industrie daher meist mittels thermischer Verfahren wie der thermischen Nachverbrennung (TNV) behandelt. Da viele VOC-haltige Abluftströme ein großes Volumen mit vergleichsweise geringer Schadstoffbelastung aufweisen, kann dies jedoch unter Umständen ein äußerst energie- und betriebskostenintensives Verfahren sein. Mit der Lösung von Centrotherm Clean Solutions ist es möglich, einen umfassenden biologischen Abbau von organischen Schadstoffen aus Abgasen und Abwässern in einer Vielzahl von Anwendungen zu gewährleisten und dabei auch die unterschiedlichen Systemanforderungen der Kunden zu berücksichtigen. Dadurch, dass die meisten organischen Stoffe mittels spezieller Mikroorganismen biologisch abbaubar sind, kommt das CT-Eco-Verfahren weitestgehend ohne Chemikalieneinsatz aus und zeichnet sich durch ein breites Anwendungsspektrum sowie geringe Betriebskosten aus. TRÄGERMATERIAL MIT AKTIVKOHLE Autorin: Bianca Pokorny, BA, freie Redakteurin, ABOGSPR GmbH, München 50 wlb UMWELTTECHNIK 4/2017

t t ABLUFTREINIGUNG Verfahren bisherige Probleme biologischer Systeme, die mit in Lösung suspendierten oder auf nicht-porösen Füllkörpern immobilisierten Mikroorganismen arbeiten. Entscheidende Vorteile sind die hohe Raumzeitausbeute und damit kompakte Bauweise der Anlagen, sowie die große Toleranz des Systems gegenüber Prozessschwankungen und Stillstandzeiten. Die modulare Bauweise der Anlagen macht es möglich, das Verfahren kundenspezifisch auf die jeweiligen Anwendungsfälle anzupassen. Durch Kombination unterschiedlicher Module kann die Anlage sowohl als Biowäscher für die Abluftreinigung als auch als Biofilter für die Behandlung organisch belasteter Abwässer konzipiert werden. Bei jedem Projekt findet zunächst eine Bedarfsermittlung direkt beim Kunden statt, bei der, gegebenenfalls durch zusätzliche Analytik unterstützt, eine Stoffbilanz erhoben und die Applikation sowie die lokalen Rahmenbedingungen besprochen werden. Erst dann erfolgt die Projektierung und Auslegung der Anlage, die Auswahl der passenden Bakterienkultur sowie die Planung und Festlegung der baulichen Maßnahmen. Schließlich wird ein Bedarfsprotokoll erstellt und einige Wochen eine mobile Testanlage mit allen zuvor abgeklärten Bedingungen in den Probebetrieb genommen, um sicherzugehen, dass die geplante Ausführung den Anforderungen genügt und die angestrebte Reinigungsleistung auch unter realen Prozessbedingungen erreicht wird. Gleichzeitig „DA ES SICH NICHT UM EIN PRODUKT VON DER STANGE HANDELT, KÖNNEN WIR DIE ANLAGE FLEXIBEL AN DIE ERFORDERNISSE VOR ORT ANPASSEN.“ Dr. Angela Bayler, Centrotherm Clean Solutions GmbH & Co. KG dient der Probebetrieb dazu, Auslegungs- und Betriebsparameter für den späteren Bau der Großanlage prozess- und kundenspezifisch anzupassen. Ist dies zufriedenstellend abgeschlossen, kann mit der Detailplanung und dem Bau der genau abgestimmten CT-Eco-Anlage beim Kunden begonnen werden. BIlder: Fotolia, Centrotherm www.centrotherm-cs.de wlb UMWELTTECHNIK 4/2017 51