Aufrufe
vor 11 Monaten

wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

  • Text
  • Boden
  • Luft
  • Wasser
  • Umwelttechnik
wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

t WASSER/ABWASSER

t WASSER/ABWASSER ANLAGENBAU AUF SPURENSUCHE Ein Team von drei Mitarbeitern war zwei Nächte vor Ort, um die Messungen in dem rund zwei Meter hohen Tunnel durchzuführen Wo kamen die Risse her, durch die im 260 m langen Fernwärmetunnel das Rheinwasser eindrang? Mit moderner 3-D-Laserscantechnik bringen Vermesser regelrecht Licht ins Dunkel. Steigt in Köln der Rheinpegel, steigt auch das Grundwasser. Normalerweise sind unterirdische Bauwerke hier auf diese Wechselbäder der Grundwasserstände eingerichtet. Auch der erst 1996 gebaute Fernwärmetunnel. Darin zwei üppig ummantelte Fernwärmeröhre, in denen rund 130 °C heißes Wasser Richtung Endverbraucher fließt. Dennoch lief der Tunnel 2016 beim jüngsten Hochwasser voll. Die komplette Tunnelelektrik sowie die wärmeleitenden Rohre standen unter Wasser. In einer Grundsanierung konnte der Tunnel wiederhergestellt werden, nun gehen die Vermesser den Ursachen für den Wassereintritt auf die Spur. „Wir haben vor Ort zwei Messungen miteinander verknüpft: Mit der klassischen tachymetrischen Messung führten wir eine Einzelpunktbeobachtung durch, mit dem Laserscanner haben wir sämtiche Details des Tunnels und der Wandoberflächen ermittelt,“ erläutert Jörg van Kesteren, Geschäftsführer der beauftragten PV Ansperger mbH aus dem niederrheinischen Kamp-Lintfort. Ein Team von drei Mitarbeitern war zwei Nächte vor Ort, um die Messung en in dem rund zwei Meter hohen Tunnel durchzuführen. Eng ist es dort. Und warm. Trotz Grundsanierung säumen tiefe Pfützen den Tunnelboden. Nach dem Abstieg ins Unterirdische dann ein gerades Stück bis zur ersten 90-Grad-Abzweigung – von dort spannt sich eine schnurrgerade 200-Meter-Röhre, in der die Strahlen der lasergestützten Messgeräte ihre Millimeterarbeit erledigen. MILLIMETER REICHEN Die Kölner Hauptverkehrsstraße drückt von oben auf den Tunnel, das Rheinwasser von allen Seiten. Die Statiker vermuten genau aus diesen Gründen die frühzeitige Ermüdung des Materials. Aber sicher ist sich bisher niemand. Darum sollen die hoch auflö senden Scans ein Risskataster er stellen. Eine zweite, zeitversetzte Messung könnte schließlich Auskunft darüber geben, wie genau sich das unterirdische Bauwerk verformt. Spätestens dann lassen sich klare Aussagen über den Grund des Wassereinbruchs machen. Die Ingenieure vermarken fest installierte Punkte im Tunnelbauwerk und messen so den georeferenzierten Ist-Zustand ein. Ein durchaus komplexes Vorgehen zwischen ober- und unterirdischen Aufgaben – und dennoch eine grundsätzliche Arbeitsweise. Inklusive Kontrollmessungen. Es ist ein eingespieltes Team, das hier in einem engen Zeitraster agiert und fristgerecht präzise Ergebnisse produziert. Nach der ersten Messung übergibt die PV Ansperger mbH hochpräzise Daten des Ist-Zustands. Daran lässt sich erkennen, ob die bisherigen Sanierungen vielleicht schon ausreichen oder ob das Bauwerk zukünftig noch intensiver bearbeitet werden muss. Derzeit ist alles offen. www.ansperger.de 46 wlb UMWELTTECHNIK 4/2017

WASSER/ABWASSER t HYBRIDE DURCHFLUSSMESSUNG Nivus bietet neben Durchflussmesssystemen auf Basis von Ultraschall- und Radartechnologie ab sofort auch ein Hybridmesssystem an. Zusätzlich zur Fließgeschwindigkeitserfassung mittels Radar kann der Messumformer eine Geschwindigkeitserfassung per Ultraschall- Kreuzkorrelation durchführen. Das komplette Messsystem verfügt damit über zwei Fließgeschwindigkeitssensoren, einen Füllstandsensor und den Hybrid-Messumformer NivuFlow 7550. Das hybride Messsystem profi tiert von den Vorteilen der beiden Technologien. Durch die Ultraschall-Kreuzkorrelationstechnologie werden die Geschwindigkeiten in verschiedenen Fließhöhen gemessen. Dadurch wird nicht nur das Fließprofil abgebildet, sondern die Genauigkeit des Gesamtsystems erhöht. Der Radarsensor wird außerhalb bzw. oberhalb des Mediums befestigt und eignet sich somit ideal für Applikationen mit Sedimentation. Ebenfalls bringt die Messung der Oberflächengeschwindigkeit durch das Radar eine Verbesserung zur Bestimmung des vorherrschenden hydraulischen Modells. Das Gesamtsystem ist auf Wunsch auch für den Einsatz in Ex-Zone 1 verfügbar. www.nivus.de UV-LED-ANLAGE MIT GERINGEM STROMVERBRAUCH Advanced UV Light GmbH (Auvl), Anbieter von UV-Lampentechnologien, präsentiert auf der Aquatech in Amsterdam in Zusammenarbeit mit der Firma Aquisense die neue Generation der UVC-Desinfektion: Pearlaqua. Diese LED-basierte Technologie steht ganz klar am Anfang des Produkt-Lebenszyklus und bietet laut Hersteller mehr als die klassische UVC-Entkeimung. Diese neu entwickelte Methode hat einige bemerkenswerte Vorteile: nach der chemiefreien Entkeimung wird nun auch in dem Leuchtmittel kein Quecksilber verwendet. Zudem ist das Verfahren mit UV-LED sofort verfügbar und benötigt keine Anlaufzeit. Ein weiterer Vorteil ist auch der geringere Stromverbrauch. Herkömmliche UV-Anlagen benötigen für den Betrieb eine vergleichsweise hohe elektrische Leistung. Mit dem Pearlaqua wird nun ein Produkt angeboten, das für jeden Bereich – von OEM bis zu kleinen Anwendungen – geeignet ist. www.auvl.de MEMBRANSORTIMENT FÜR DIE UMKEHROSMOSE Lanxess erweitert sein Produktsortiment an Membranelementen für die Umkehrosmose. Ab sofort stehen mit der neuen Reihe Lewabrane RO ULP drei Typen für die Wasseraufbereitung zur Verfügung. Sie zeichnen sich durch eine hohe Wasserdurchlässigkeit im Vergleich zu Standardelementen aus – bei gleichzeitig hohen Rückhalt von kritischen Substanzen. Im Druckrohr ist ein um 40 Prozent niedrigerer Betriebsdruck erforderlich, was die Betriebskosten senkt. Zudem stellt der neue Membrantyp eine gute Option zur Entfernung von Spurenstoffen aus Abwasser oder Trinkwasser dar. Die neuen Membrantypen werden für Anwendungen empfohlen, bei denen eine hohe Flussrate, ein moderater Salzrückhalt und ein niedriger Stromverbrauch die primären Auslegungsparameter darstellen. Einsatzgebiete sind daher insbesondere die wirtschaftliche Filtration von Trinkwasser und die zukunftsweisende Abwasserbehandlung. Um die Bildung von organischem Bewuchs in Abwasser zu verringern, weist diese Membran die höchste hydrophile Oberfläche aller Typen des Herstellers auf. EineHandvoll Planerhandbücher Expertenwissen mit Projektbeispielen www.lanxess.com PUMPENAGGREGAT MIT ENERGIERÜCKGEWINNUNG Das Salino Pressure Centre ist ein hocheffizientes System, das den Druck des Wassers einerseits erhöht, und andererseits den überschüssigen Druck wieder in mechanische Energie umwandelt. Um dies leisten zu können, vereint Salino die vier Funktionen, die in einer RO-Anlage erforderlich sind: Antrieb, Hochdruckpumpe, Druckhaltepumpe und Energierückgewinnung. Das System unter scheidet sich von anderen Produkten dahingehend, dass eine Axialkolbenpumpe und ein Axialkolbenmotor kombiniert sind, wobei letztgenannter die Energie rückgewinnung und Druckhaltung übernimmt. Salino ist heute bereits in Anwendungen der Öl & Gas Industrie, in der Gebäudetechnik sowie in Entsalzungsanlagen von Stadtwerken im Einsatz. Es sind Baugrößen von 6 m 3 /Tag bis 700 m 3 / Tag verfügbar. www.salinnova.com Mit insgesamt fünf Broschüren aus den Produktbereichen: J Regenwasserbewirtschaftung J Abscheider J Kläranlagen J Pumpen- und Anlagentechnik J Neue Energien unterstützt Mall Planer und Behörden bei der Auslegung von Projekten. Alle Planerhandbücher auch unter www.mall.info abrufbar. Tel. 0771 8005-0 www.mall.info wlb UMWELTTECHNIK 4/2017 47 Mall.indd 1 24.10.2017 10:21:41