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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

Dosieren ist eine

Dosieren ist eine besondere Form der Förderung flüssiger und zum Teil feststoffhaltiger Medien. Beispiele hierfür sind Flockungsmittel wie hochgradig abrasive Kalkmilchlösungen oder stark korrosive Eisen-II- und Eisen-III-Chlorid-Lösungen in der chemischen Abwasserbehandlung. Mit dem DDS II steht hierfür ein hochpräzises, digitales Dosier-System zur Verfügung. Es besteht aus einer auf die Förder- und Dosierleistung ausleg baren Schlauchpumpe, einem äußerst präzisen Dosierantrieb, einer digitalen Steuerung sowie einem Bediendisplay. Hinsichtlich der Förder- und Dosierleistung können alle Schlauchpumpen-Baureihen und -größen des Ponndorft WASSER/ABWASSER PRODUKTION FÖRDERPROGRAMM FÜR FIESE FLUIDE Aggressiv gegen metallische Materialien, abrasive Partikel oder Feststoffe im Förderstrom, fast pastöse Viskosität, hohe Empfindlichkeit – manche Fluide können ganz schön „fiese“ Eigenschaften besitzen. Solche Flüssigkeiten mit hoher Verfügbarkeit und Prozesssicherheit zu fördern ist eine Herausforderung, für die selbstansaugende, trockenlaufsichere Schlauchpumpen bestens geeignet sind. Autor: Till Völker, Geschäftsführer, Ponndorf Gerätetechnik GmbH, Kassel Schlauchpumpen sind durch die Tatsache, dass nur der Schlauch mit dem Fördermedium in Kontakt kommt, universell und vielseitig einsetzbar. Für abrasive Medien, die eine hohe mechanische Widerstandsfähigkeit erfordern, stehen ebenso geeignete Schlauchmaterialien zur Verfügung wie für Fluide mit aggressiven Eigenschaften oder für Flüssigkeiten mit mehr oder weniger hohen Feststoffanteilen. Die Anwendung bestimmt, welcher der vielen verfügbaren Werkstoffe zum Einsatz kommt. Ob eine Gewebearmierung der Schläuche erforderlich ist entscheiden jedoch nicht nur die Medieneigenschaften, sondern auch die Ausführung der Schlauchpumpe. Ponndorf ist einer der wenigen Anbieter weltweit, die sowohl sogenannte Trockenläufer als auch Nassläufer anbieten. Fördermengen bis 24 500 l/h und Förderdrücke bis 4 bar sind Applikationsparameter, die in vielen Fällen für den Einsatz von Trockenläufern sprechen. Der Schlauch im Inneren ist in der Regel nicht armiert: Er wird durch einen Rotor mit den drei versetzten Verdrängerrollen aus Teflon zusammengedrückt und dadurch das Medium weitergefördert. Zwischen den Rollen stellt sich der Schlauch wieder in seine ursprüngliche Form zurück und erzeugt dadurch einen Unterdruck, der ein Ansaugen des zu fördernden Mediums bewirkt. Trockenläufer sind in etwa 70 % aller Schlauchpumpen-Applikationen anzutreffen. Die restlichen etwa 30 % decken Nassläufer ab. Mit ihrem Schmierbad im Gehäuseinneren, dem festeren, gewebeverstärktem Schlauchmaterial und den Gleit schuhen auf dem Rotor sind sie auf Fördermengen bis 60 000 l/h und Förderdrücke bis 15 bar ausgelegt. Ob Trockenoder Nassläufer – beide Varianten bieten den entscheidenden Vorteil gegenüber anderen Pumpentechnologien wie Membran-, Exzenter-, Zahnrad- und Kreiselpumpen, das sie ohne Dichtungen, Klappen und Ventile arbeiten. Es kommt nur der eingesetzte Schlauch mit dem Medium in Berührung – und keine mechanischen Teile wie Rollen, Rotoren, Lauf- und Zahnräder, Ventile und Wellendichtungen oder die Innenwandung des Pumpengehäuses. DOSIERSYSTEME FÜR VIELE AUFGABEN 42 wlb UMWELTTECHNIK 4/2017

WASSER/ABWASSER t t „INNOVATIVE TECHNIK, INDIVIDUELLE PUMPENKONFIGURATION, INTELLI- GENTE SYSTEM- UND APPLIKATIONS- LÖSUNGEN – DIE GRENZEN DER EINSATZVIELFALT VON SCHLAUCH- PUMPEN SIND NOCH LANGE NICHT ERREICHT.“ Till Völker, Geschäftsführer, Ponndorf Gerätetechnik GmbH ÜBERZEUGENDE LÖSUNGEN Die Vielseitigkeit von Schlauchpumpen und ihre unzähligen Auslegungsmöglichkeiten decken ein breites Anwendungsfeld ab. Dennoch ist in manch einer Applikation das Know-how eines Experten gefragt – und manchmal bringt erst der Probebetrieb die Entscheidung zugunsten einer Pumpenausführung. Bei einem global tätigen Unternehmen der Pigmentindustrie galt es, eine Lösung für die Förderung hoch viskoser Extenderpasten zu finden. Die vordispergierte, wässrige Farbpaste musste durch einen fünf Meter langen 1,5"-Schlauch mit einem Höhenunterschied von 2,5 m von einem Dissolver über eine Perlmühle in einen Finishtank gefördert werden. Gleichzeitig benötige der Anwender zur Reduzierung von Druckschwankungen bei der Förderung durch die Perlmühle eine möglichst geringe Pulsation. Nachdem ein erster Versuch mit einer Trockenlauf-Schlauchpumpe keine ausreichende Saugleistung erbrachte, hat Ponndorf den Einsatz des Nasslaufsystems P_high pressure 25 in der „Twin“-Doppelausführung getestet. Mit Erfolg: Die Förderlösung zeichnet sich durch das Erreichen der gewünschten Förderleistung, ein problemloses Ansaugverhalten sowie eine kaum wahrnehmbare Pulsation aus. Als anwendungstechnisch knifflig erwies sich auch die Auslegung einer Förderlösung für ein Calciumcarbonat-Biomasse- Gemisch bei einem international produzierenden Papier- und Verpackungshersteller. Aus verschiedenen Reaktoren heraus, in denen das wässrige Medium mehrere Monate verweilt und dabei stockt und aussedimentiert, sollte es – ohne Zugabe von Wasser – zu einem Bandtrockner gefördert werden. Die druckseitige Förderung sollte durch ca. 35 m lange DN65-Druckleitung über eine Höhendifferenz von 8 m erfolgen; die DN100-Saugleitung ihrerseits war etwa 22 m lang. Beim Medium selbst besteht die Gefahr, dass es aufgrund seiner hohen Zähflüssigkeit in der Saug- und Druckleitung durch eine zu geringe Fließgeschwindigkeit ausfällt, es sich nicht aus dem Reaktor saugen lässt oder die Leitung an der Rohrbrücke verstopft. Gefragt war schließlich eine fahrbare Lösung, die an verschiedenen Standorten eingesetzt werden konnte. Eine – zunächst als Testpumpe eingesetzte – P_high pressure 40 RST-NK in fahrbarer Ausführung löst diese Herausforderung sehr erfolgreich: Sie hat im ersten Einsatz etwa 150 m³ Pelletschlamm ohne Probleme aus dem Reaktor abgefördert und den Bandtrockner damit beschickt. Programms eingesetzt werden. Das DDS II bietet über die Programmierung von Dosierzyklen hinaus die Möglichkeit, Medien kontinuierlich zu fördern. Dabei kann am Display zwischen der Anzeige der Pumpendrehzahl oder Fördermenge in l/h bzw. l/min gewählt werden. Zudem kann die Förderung bestimmter Volumina voreingestellt werden. In diesem Fall fördert die Pumpe die eingegebene Menge eines Mediums und schaltet dann ab. In allen Betriebsarten sorgt die hohe Genauigkeit der Kalibrierfunktion dafür, dass auch bei unterschiedlichen Medien eigenschaften, Rohrleitungsparametern und Druckverhältnissen eine Dosiergenauigkeit von weit unter 1 % erreicht werden kann. Ein optionales Modul zur Schlauchbruchüber wachung bietet zusätzliche Betriebssicherheit. Aufgrund der Anpassbarkeit an die gewünschten Förder- und Dosiervolumina sowie der Auswahl möglichkeit aus einer Vielzahl von Schlauchmate rialien ist das DDS II für zahlreiche Medien geeignet. MOBILE PUMPEN ALS PROBLEMLÖSER Auch in anderen Anwendungen bewähren sich verfahrbare Schlauchpumpen. Fahrbare Doppelpumpen vereinen große Förderleistungen mit flexiblem Einsatz. Als Komplettlösung inklusive Anhänger, Saugschläuchen, Y-Stücken und Kupplungen werden sie auf einer Reihe von Firmengeländen eingesetzt, um Abwässer aus Schächten abzusaugen. Mehrere Nummern kleiner – aber dennoch mobil – bewähren sich mobile Entsorgungspumpen der Baureihe P_classic Waste beim Absaugen von Schlämmen und Fetten sowie beim Reinigen. Auch diese Lösung ist komplett einsatzfertig: Sauglanze, Anschlussschläuche, Stecker und Wendeschalter gehören standardmäßig zum Systemumfang. Fotos: Fotolia (23669029), Ponndorf www.ponndorf.com wlb UMWELTTECHNIK 4/2017 43