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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

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t 02 on unterhält. Das Unternehmen verbraucht pro Jahr rund 6,5 Mio. m 3 Wasser. Rund 95 % basieren auf Flusswasser, das für Kühlzwecke dem Main entnommen wird, der durch den Industriepark Höchst fließt. Das Kühlwasser selbst bleibt unbelastet, wird aber in der Regel selbst wieder gekühlt, bevor es in den Main zurückgeleitet wird. Da zuvor Trübstoffe ausgefiltert werden, ist das Wasser nach der Verwendung sogar sauberer als zuvor. Sanofi und die Industriepark-Betreibergesellschaft Infraserv investierten 2015 in den Umbau der Kläranlage am Standort Frankfurt- Höchst, um den Stickstoffeintrag aus der Insulinproduktion in den Main weiter zu reduzieren. Durch ein anderes Investitionsprojekt wird der Eintrag von Furosemid, eines am Standort hergestellten diuretischen Wirkstoffs, bereits am Ort des Entstehens reduziert. Alle furosemidhaltigen Prozessabwässer aus der Synthese werden behandelt und noch einmal filtriert. Diese Maßnahme reduzierte den Eintrag des Stoffs in die Kläranlage um mehr als 90 % (< 1 kg/d). Da Furosemid und seine Ausgangsverbindungen Chlormoleküle enthalten, konnte auch der Anteil der adsorbierbaren organisch gebundenen Halogene (AOX) um mehr als 80 % gesenkt werden. ZENTRALE ABWASSERBEHANDLUNG Alle am Standort ansässigen Unternehmen profitieren von der zentralen, leistungsfähigen Abwasserreinigungsanlage (Ara), die seit 50 Jahren im Industriepark Höchst dafür sorgt, dass die Umweltbelastungen durch Abwässer so gering wie möglich ausfallen. Inzwischen verarbeitet die Ara 60 Mio. Liter Abwasser – pro Tag. Dabei baut sie 150 t CSB-Fracht ab – so viel fällt im Vergleich im kommunalen Abwasser einer Stadt mit etwa 1,25 Mio. Einwohnern an. CSB steht für „chemischer Sauerstoffbedarf“ und ist ein Maß für die Schmutzfracht im Wasser. Die Ara, die von der Standortbetreibergesellschaft Infraserv Höchst betrieben wird, ist damit die größte industrielle Anlage in Hessen und eine der wichtigsten Anlagen im Industriepark. Mit einem Wirkungsgrad von 93 % erfüllt die Ara die strengen Auflagen des Industrieparks zum Schutz der Umwelt und übertrifft auch die gesetzlich vorgeschriebene Reinigungsleistung deutlich. Durch die verschiedenen Betriebe der Chemie- und Pharmaindustrie gibt es im Industriepark Höchst unterschiedliche Abwasserarten. „Nicht alle Abwässer sind schwer abbaubar – durch die steigende Pharmaproduktion gibt es am Standort vermehrt leicht abbaubare Abwässer, auf die wir uns in den vergangenen Jahren eingestellt haben“, sagt Eckhard Strohmeyer, Leiter der Abwasserreinigungsanlage. Im Jahr 2004 wurde die Ara so umgebaut, dass das Abwasser in einem zweistufigen biologischen Verfahren – für leicht und schwer abbaubares Abwasser – umweltgerecht, effizient und nach dem neuesten technischen Stand gereinigt wird. So kann die Anlage eine große Bandbreite an verschiedenen Abwasserarten verarbeiten. „ALS STANDORTBETREIBER SIND WIR STOLZ AUF DIE ABWASSER- REINIGUNGSANLAGE: DURCH DIE HOCH EFFIZIENTE ABWASSER- ENTSORGUNG FINDEN UNSERE KUNDEN HIER OPTIMALE RAHMEN- BEDINGUNGEN VOR.“ Dr. Joachim Kreysing, Geschäftsführer Infraserv Höchst Im Industriepark Höchst ist die Ara Teil eines Entsorgungsverbundes. Der Klärschlamm, der am Ende übrig bleibt, wird nachhaltig verwertet und in der Co-Fermentationsanlage für die Produktion von Biogas genutzt. Pro Tag kann die Anlage ca. 60 000 m 3 Biogas erzeugen, das nach einer Reinigung zum Teil als Bioerdgas in das Netz der Mainova eingespeist wird. Das restliche bei der Vergärung entstehende Biogas wird zur Erzeugung von Strom und Dampf verwendet. Anschließend wird der verbliebene Schlamm entwässert und in der Klärschlammverbrennungsanlage verbrannt. Zwei voneinander unabhängige Verbrennungsstraßen verarbeiten 225 000 t Abfälle pro Jahr, neben Klärschlämmen auch Schüttgüter, Lösemittel und andere flüssige Abfälle. Die Wirbelschichttech nologie sorgt dafür, dass viele unterschiedliche Stoffe verbrannt werden können. Der Abhitzekessel erzeugt 80 t Dampf pro Stunde, der mit 16 bar und 300 °C den Kunden im Industriepark zur Ver fügung steht. SEIT 50 JAHREN IM EINSATZ Im Jahr 1963 hat die Hoechst AG im Technikum mit ersten Versuchen zur Abwasserreinigung begonnen. 1967 wurde die Ara dann als eigene Entwicklung in Betrieb genommen, damals war sie die 02 Die Ara verarbeitet pro Tag 150 t CSB 03 Die geruchsverursachenden Bereiche wurden vollständig abgedeckt oder eingehaust 04 Die Klärschlammverbrennungsanlage verarbeitet pro Jahr 225 000 t Abfälle 38 wlb UMWELTTECHNIK 4/2017

WASSER/ABWASSER t 03 04 einzige industrielle Kläranlage Hessens. Die ursprüngliche Planung sah vor, dass die Anlage 50 t CSB-Fracht verarbeiten sollte, doch schon zehn Jahre später musste die Kapazität auf das Doppelte erweitert werden. Die nächste Vergrößerung erfolgte sieben Jahre später mit dem Bau der Biohochreaktoren. Ursprünglich wurde die Ara als eine komplett offene Anlage nahe der Werksgrenze in Betrieb genommen. Um die Belastung für die Anwohner weitestgehend zu minimieren, hat Infraserv Höchst in den vergangenen Jahren Millionen investiert. So wurden die geruchsverursachenden Bereiche vollständig abgedeckt oder eingehaust und auch die Abluft der Ara wird verbrannt. Im Jahr 2004 wurde die Ara so umgebaut, dass das Abwasser in einem zweistufigen biologischen Verfahren – für leicht und schwer abbaubares Abwasser – umweltgerecht, effizient und nach dem neuesten technischen Stand gereinigt wird. Heute kann die Anlage eine große Bandbreite an verschiedenen Abwasserarten verarbeiten. Fotos: Katja Friedl und Infraserv www.infraserv.com Kreisläufe schließen Wir verbinden immer mehr Stoffkreisläufe und schaffen so Ressourcen für Deutschland. Und die Welt. Egal ob im Bereich Wasser, Energie oder Entsorgung: Wir machen aus den Reststoffen der Einen wertvolle Produkte für Andere. www.veolia.de/ressourcen Ressourcen für die Welt Veolia.indd 1 25.10.2017 08:46:45 wlb UMWELTTECHNIK 4/2017 39