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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

t t WASSER/ABWASSER

t t WASSER/ABWASSER PRODUKTION NACHHALTIGKEIT UNTER DER HAUBE Kontinuierliche Investitionen in die Leistungsfähigkeit der Abwasserreinigungsanlage haben im Industriepark Höchst dazu geführt, dass die Anlage heute mit einem Wirkungsgrad von 93 % arbeitet und auch die gesetzlich vorgeschriebene Reinigungsleistung deutlich übertrifft. den. Darüber hinaus stellt ein Geschäftsbereich Lebensmittelzusatzstoffe wie den Süßstoff Acesulfam-K her, der in vielen kalorienarmen Produkten Zucker ersetzt. Für das Unternehmen ist eine effektive Abwasser- und Abfallwirtschaft ein wesentliches Element für den nachhaltigen Geschäftserfolg. Ein EHS-Team (Environment, Health, Safety) folgt einer standardisierten Strategie und wendet bei abfallwirtschaftlichen Entscheidungen wie Wiederverwertung, Energierückgewinnung, Aufbereitung, Verbrennung und Entsorgung eine Abfallbehandlungshierarchie an. Mithilfe dieser Stufenordnung kann Celanese seinen ökologi­ Wasser ist unverzichtbar. Dies gilt nicht nur für Lebewesen und die Natur im Allgemeinen – auch die Industrie kann auf Wasser nicht verzichten: Ob als Dampf zur Wärmeversorgung, als flüssiges Reaktionsmedium oder als Eis zum Kühlen – in allen Bereichen der Wirtschaft wird Wasser eingesetzt und dabei zum Teil verschmutzt. Gerade in der Prozessindustrie werden große Mengen an Wasser benötigt – als Kühlmedium und um wasserlösliche Produkte zu verarbeiten oder um hydrophobe Stoffe zu reinigen. Bei Clariant in Frankfurt werden beispielsweise organische und anorganische Pigmente hergestellt, die sich in vielen Bereichen des Lebens wiederfinden – ob Lippenstift oder Autolack: Pigmente sorgen für leuchtende Farben. Bei der Herstellung dieser Substanzen wird Wasser für eine Vielzahl unterschiedlicher Zwecke eingesetzt und dabei auch mit Schad- und Trübstoffen verunreinigt. Große Abwassermengen fallen auch bei einem anderen großen Unternehmen im Industriepark Höchst an – bei Celanese. Hier werden hauptsächlich Basis- und Spezialchemikalien sowie Dispersionen produziert. Diese Betriebe sind Teil einer unternehmensinternen Wertschöpfungskette: So wird beispielsweise ein Teil des in Frankfurt produzierten Vinylacetatmonomers (VAM) vor Ort zu Dispersionen weiterverarbeitet, die dann für die Produktion von Anstrichfarben und Kleb stoffen eingesetzt wer­ Autorin: Dipl.-Chem. Katja Friedl, Redakteurin, Vereinigte Fachverlage GmbH, Mainz „DER INDUSTRIEPARK HÖCHST SETZT NICHT NUR IN SACHEN FORSCHUNG UND PRODUKTION MASSSTÄBE, SONDERN AUCH IN BEZUG AUF UMWELTSCHUTZ UND NACHHALTIGKEIT.“ Klaus Oesterling, Verkehrsdezernent der Stadt Frankfurt am Main 36 wlb UMWELTTECHNIK 4/2017

WASSER/ABWASSER t schen Fußabdruck verkleinern. Ein wesentlicher Schwerpunkt ist dabei die Abwasserbehandlung. Die Abfallwirtschaftsstrategie sorgt dafür, dass der Verbrauch von Chemikalien und der Anteil von Feststoffen im Abwasser reduziert werden. Das Ziel: eine deutliche Reduzierung von Aufbereitungskosten und Abfallaufkommen. INVESTITION IN DIE ZUKUNFT Ein weiterer großer Erzeuger im Industriepark ist der französische Pharmakonzern Sanofi, der in Frankfurt eine große Insulinprodukti- 01 Zulauf zur Ara, Ablauf der Grobentschlammung und Klarwasser aus dem Ablauf der Ara (v.l.)