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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

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wlb - UMWELTTECHNIK 4/2017

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t UMWELTTECHNIK 4.0 PRODUKTION EFFIZIENTE ROUTEN DANK INTELLIGENTER CONTAINER Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 2015 insgesamt 37,3 Mio. t Abfälle bei deutschen Haushalten eingesammelt worden. Ein Kommunikationskonzern will jetzt Entsorgungsunternehmen fit für die digitale Transformation machen. Dafür hat er Datenboxen mit seiner IoT-Lösung ausgestattet und vernetzt so Abfallentsorger über das Mobilfunknetz direkt mit den Müllcontainern im Internet der Dinge. Die Müllabfuhr erfolgt in jeder Stadt und Gemeinde einem strikten Entsorgungsplan. Oft sind die Müllcontainer, die geleert werden, aber nicht voll. Gerade in ländlichen Gebieten sorgt eine „geringe Ausbeute“ für unnötige Umwege, hohen Benzinverbrauch und mehr CO 2 -Belastung. Mit der intelligenten Vernetzung von Müllcontainer und Entsorger wird die Abfallentsorgung effizienter und vor allem umweltschonender. Für die niederländische Stadt Groningen hat die Firma Environmental Ressource Management eine unabhängige Studie durchgeführt, in der die Einsparungen seit der Einführung des Tardif-Smart- Bin-Datenboxen-Systems von Mic-o-data 2012 geprüft worden sind. Untersucht wurden unter anderem der Kraftstoffverbrauch sowie die CO 2 -Emissionen der dieselbetriebenen Einsatzfahrzeuge. Im Ergebnis ließ sich eine Nettoeinsparung von 30 Tonnen CO 2 pro Jahr feststellen. Gemessen am Gesamtausstoß entspricht das 18 % der CO 2 -Ausstoßmenge des Unternehmens. Zudem sank das Investitionskapital bei der Anschaffung von Fahrzeugen sowie deren Betriebskosten mit Unterhalt, Kraftstoff und Instandhaltung um über 92 000 Euro im Jahr. SICHERE DATENÜBERTRAGUNG IN ECHTZEIT Das batteriebetriebene Datenbox-System ist modular und kann an jedem beliebigen Abfalleimer sowie Müllcontainer installiert werden, egal, um welche Sorte Abfall es sich handelt. Es besteht aus ei- ner Batterie mit 5-jähriger Laufzeit, einer vandalismussicheren Kon trolleinheit sowie Verkabelung und Schloss. Auch an unterirdischen Müllcontainern kann das System installiert werden. Denn es kommt ohne externe Antenne aus und kann mit 2G/3G/4G sowie über Narrowband-IoT-Technologie von Vodafone funken. Diese Technologie gewährleistet verlässliche Datenübertragungen auch von unwegsamen Standorten aus und funkt selbst durch dickste Betonschichten. Über die sichere, mobile Datenübertragung im Mobilfunknetz sendet das System via IoT-SIM täglich alle relevanten Informationen. Die Daten erhält der Entsorger über eine web-basierte Plattform auf den Computer, das Tablet oder Smartphone und hat somit weltweit jederzeit Zugriff sowie jeden einzelnen Müllcontainer im Blick. EXAKTE FÜLLMENGENBERECHNUNG Das Dashboard zeigt dem Anwender in Echtzeit an, welche Container bereit zur Abholung sind und welche bereits einen hohen Füllstand erreicht haben. Diesen errechnet die Software anhand der Größe des Containers sowie der Nutzungsfrequenz. Ist er bereit zur Abholung, sendet er das entsprechende Signal an den Entsorger. Durch die exakte Füllmengenberechnung können Abfallent sorgungsunternehmen ihre Flotte bedarfsgerecht und planbarer einsetzen und so Fahrzeiten für Einsatzfahrzeuge reduzieren, Benzin- und Wartungskosten einsparen sowie unnötigen CO 2 -Ausstoß vermeiden. 22 wlb UMWELTTECHNIK 4/2017

01 Das Messsystem ist mit Narrowband-IoT-Technologie ausgestattet 03 Durch den personalisierten Zugangscode, kann exakt abgerechnet werden Neben der Füllmenge sendet das System auch Daten, die den Zustand des Müllcontainers betreffen. Beispielsweise, ob der Deckel offenstehen gelassen wurde, Abfall feststeckt, der Container ramponiert wird oder gar Feuer fängt. In diesem Fall sendet das System einen automatischen Alarm und die Feuerwehr kann Großbrände verhindern. Das individuelle Zugangssystem beugt zudem der Brandgefahr vor. Denn jeder Hausbewohner bekommt mit einer eigenen RFID-Chipkarte Zugang zum Container oder Abfalleimer. Dieser registriert, wer wann Müll eingeworfen hat und wann der Abfallbehälter voll ist. Dank genauer Zugangserfassung kann dann jeder Verbraucher exakt nach Abfallmenge abgerechnet werden. Zudem ist Unbefugten der Zugang zum Müllcontainer verwehrt. Mittels spezieller Algorithmen der Datenanalyse kann das System absehen, welcher Müllcontainer wann ausgelastet ist. Es bezieht dabei unter anderem Wetterdaten, Füllstandhistorie, Wochentag und Jahreszeit ein. Ein Beispiel: Zu Feiertagen ist der Behälter schneller voll, in den Sommerferien nur alle fünf Tage. Daraus errechnet die Software den wahrscheinlichsten Zeitpunkt, wann ein Müllcontainer abholbereit ist. Über diese Daten berechnet das System dann automatisch die optimalen Routenpläne. Fotos: Fotolia, Vodafone www.vodafone.de 01 02 Das Messsystem ist mit Narrowband-IoT-Technologie ausgestattet Durch den personalisierten Zugangscode kann exakt abgerechnet werden wlbUmwelttechnik 4/2017 23