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wlb - UMWELTTECHNIK 3/2018

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wlb - UMWELTTECHNIK 3/2018

t KREISLAUFWIRTSCHAFT

t KREISLAUFWIRTSCHAFT PHOSPHOR-RECYCLING – STEHT DIE TECHNIK BEREIT? t BODO-JOACHIM WENDENBURG Geschäftsführer, Pyreg GmbH, Dörth Ja, die Technik steht bereit! Die Forschungsabteilungen der Industrie und Hochschulen haben das Thema früh genug gemeinsam aufgegriffen. Es gibt heute schon technische Verfahren, die marktreif und wirtschaftlich sind. Was nicht bereitsteht, ist DIE EINE Patentlösung. Die neuen P-Recycling-Verfahren werden verschiedenen Anforderungen gerecht, nicht jedes System eignet sich überall. Ja, das ist mühsam, verlangt genaue Standortanalysen und individuelle Lösungen. Aber die lassen sich finden. Die Frage muss vielmehr lauten: Ist die Politik bereit? Deutschland und die EU haben sich das Thema P-Recycling voller Enthusiasmus auf die Fahnen geschrieben. Und nun regiert auf allen Ebenen das große Zögern. Keiner traut sich mehr, den entscheidenden, nächsten Schritt zu tun: Sekundär-Phosphate als Düngemittel zuzulassen. Der gute Vorsatz droht zu versanden, weil politischer Mut und Weitblick fehlen. Weiter zu zögern, mag auf den ersten Blick nur Konsequenzen für ein paar Technologiefirmen haben, die damit auf das falsche Pferd gesetzt haben. Über kurz oder lang wird es aber uns alle treffen. Ohne Phosphor kein Pflanzenwachstum. Und Europa muss dann erklären, warum es trotz vorhandener Technik jahrzehntelang leichtfertig seine einzigen sinnvollen P-Ressourcen entsorgt hat. www.pyreg.de 34 wlb UMWELTTECHNIK 3/2018

t t KREISLAUFWIRTSCHAFT Dass viele unserer Ressourcen endlich sind, ist hinlänglich bekannt. Gerade Phosphor wird aber in vielen Prozessen und in der Landwirtschaft dringend benötigt. Umso wichtiger sind ausgereifte Techniken für ein effizientes und kostengünstiges Recycling. Doch sind wir technisch schon so weit? DR. DANIEL FRANK Geschäftsführer, Deutsche Phosphor-Plattform DPP e. V., Frankfurt am Main Wir werden immer wieder gefragt, ob man sich bereits jetzt entscheiden muss, mit welcher Technologie Phosphor zurückgewonnen werden soll. Die Antwort dazu ist allerdings nicht einfach. Die Deutsche Phosphor-Plattform hat auf der Ifat 2018 Kennblätter vorgestellt, die den aktuellen Stand der Technik zur P-Rückgewinnung abbilden. Allerdings fehlen hier die Kosten der Verfahren, denn viele Technologien sind noch in der Pilotphase und man kann schlicht noch nicht abschätzen, wo sich die Rückgewinnungskosten einpendeln werden. Wir rechnen mit wenigstens noch einem Jahr, das man den Verfahren als Entwicklungsleistung geben sollte. Was wir mit Sicherheit sagen können ist, dass nicht ausschließlich Monoverbrennungsanlagen gebaut werden müssen, um sich der Herausforderung anzunehmen – die Mitverbrennung und die damit verbundene P-Rückgewinnung aus dem Klärschlamm ist immer noch eine Option. Die DPP steht beratend zur Seite, wenn es um die Umsetzung der Klärschlammverordnung geht und arbeitet auch gemeinsam mit dem Umweltministerium an deren Vollzugshilfe. www.deutsche-phosphor-plattform.de www.wasser-luft-und-boden.de wlb 2017/04 2018/01 35