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wlb - UMWELTTECHNIK 3/2018

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wlb - UMWELTTECHNIK 3/2018

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t t WASSER/ABWASSER t TITEL ANLAGENBAU VERDREIFACHUNG DER STANDZEIT Auf einer Kläranlage wies die bisherige Pumpe, die Dickschlamm zu einem Zwischentank förderte, aufgrund des abrasiven Mediums einen hohen Verschleiß auf. Daher entschieden sich die Verantwortlichen, sie durch ein robusteres Aggregat zu ersetzen, das sich zudem einfacher warten lassen sollte. Bis zum Wechsel des Pumpenfabrikats wurde der Dickschlamm der Kläranlage, der nach der Zentrifuge anfällt, von einer herkömmlichen Exzenterschneckenpumpe mit einem Druck von 7 bar zur Schlamm-Desintegration in einen Zwischentank gefördert. „Da der Feststoffanteil bei über 8 % liegt, war der Verschleiß bei diesem Aggregat sehr hoch“, so der Klärmeister der Anlage. „Auch die spezielle Beschaffenheit des Mediums hat dabei vermutlich eine Rolle gespielt: Es sind Eisen- und Aluminiumsalze aus dem Tertiärschlamm und wegen des im Ort ansässigen Industriewerks auch Eisen enthalten.“ Als Konsequenz musste die Pumpe regelmäßig nach etwa 8 000 Betriebsstunden gewartet werden. Bei der Neuanschaffung legten die Verantwortlichen besonderen Wert darauf, dass das Aggregat eine deutlich höhere Zuverlässigkeit und Lebensdauer aufwies sowie besonders einfach zu warten war. Die Wahl fiel schließlich auf die servicefreundliche FSIP-Ausführung (Full Service in Place ) der Nemo-Exzenterschneckenpumpen von Netzsch Pumpen & Systeme GmbH aus Waldkraiburg. Deren Design zeichnet sich beispielsweise durch einen speziellen Inspektionsdeckel aus: Der Deckel wird von nur fünf Schrauben gehalten, die sich ganz ohne Spezialwerkzeug in kürzester Zeit lösen lassen. Gleichzeitig wurde bei seiner Gestaltung darauf geachtet, dass er sowohl bei hohen Drücken als auch bei einer vertikalen Aufstellung der Pumpe zuverlässig abdichtet. Die Wartungsöffnung ist geschickt am Übergang vom Pumpengehäuse zum Stator platziert, sodass man durch das Abnehmen des Deckels idealen Zugang zur Schalenkupplung erhält. Hier reicht es, eine Schraube zu lösen, um das Rotor-Stator-Element von der Kuppelstange zu trennen. Anschließend lässt sich die rotierende Einheit mit dem Rotor-Stator-Element einfach herausheben. Der Pumpeninnenraum ist nun von Flansch zu Flansch frei zugänglich. Somit lassen sich alle verschleißenden Teile der Exzenterschneckenpumpe auswechseln, ohne dass sie aus der Rohrleitung gebaut werden muss. Da alle Teile seitlich oder nach oben entnommen werden, wird für den Ausbau auch kein zusätzlicher Platz benötigt. Die früher obligatorische Ausbaulänge am Ende der Pumpe entfällt, wodurch sich der erforderliche Einbauraum stark verkürzt. ELASTOMERSTATOR EINFACH AUSTAUSCHBAR Darüber hinaus verfügt die eingesetzte Pumpe auch über einen neu entwickelten Mechanismus, der es erlaubt, den iFD-Stator 2.0 nachzustellen und dessen Lebensdauer deutlich zu verlängern: das DAS FSIP-PUMPENDESIGN MIT EINSTELLBAREM STATORSYSTEM ERLAUBT SITUATIONSSPEZIFISCHE ANPASSUNG xLC-Nachstellsystem. Durch dessen Einsatz kann die Pumpe über die bisherige Standzeit von etwa 8 000 Betriebsstunden hinaus weitere 16 000 Betriebsstunden arbeiten, bevor ein Austausch des Stators notwendig wird. Sinkt die Leistung der Pumpe, kann die Vorspannung zwischen Rotor und Stator mit nur wenigen Handgriffen wiederhergestellt werden. Die Lebensdauer des Rotor-Stator-Elements lässt sich auf diese Weise verbessern, ohne dass die Pumpe ausein- Autor: Mikael Tekneyan, Teamleader Development Progressive Cavity Pump, NETZSCH Pumpen & Systeme GmbH, Waldkraiburg 12 wlb UMWELTTECHNIK 3/2018

tTite TITEL t WASSER/ABWASSER t andergebaut werden muss. Mit der xLC Stator-Einstelleinheit konnte die Standzeit der Pumpe verdreifacht werden. Das xLC-System basiert auf der bewährten Statortechnologie iFD 2.0. Der iFD-Stator ist ein duales System, in dem der Aluminiummantel und das Elastomer separiert bleiben. Das Gehäuse ist der Länge nach zweigeteilt und der Elastomereinleger lässt sich einfach herausnehmen. Da sich die Vorspannung des Elastomers zum Rotor erst beim Festziehen der Spannstangen einstellt, lässt sich das Elastomerteil leicht auf den Rotor aufschieben. Erst durch das axiale Zusammenpressen beim Zusammenbau der Pumpe erhält es die optimalen Maße für den Betrieb. Ein definierter Anschlag sorgt beim Festziehen der Spannstangen am Gehäuse für eine gleichmäßige Vorspannung und eine zuverlässige Dichtlinie. Durch die axiale Stauchung des Statorelastomers mithilfe der xLC-Einheit ist es möglich, Verschleißerscheinungen im Rotor-Stator-System zu kompensieren und dessen Leistungsfähigkeit wieder herzustellen. Dadurch erhöht sich die Standzeit der Förderkomponenten deutlich. Bei verschleißbedingten Leistungsabfall der Pumpe kann mithilfe des sogenannten Verstellflansches der xLC-Einheit die Vorspannung im Rotor-Stator-System nachgestellt werden. Hierzu wird mit den Verstellelementen und mittels der beidseitig angebrachten 01 Der Dickschlamm, der nach der Zentrifuge anfällt, wird von einer Nemo-Exzenterschneckenpumpe zur Schlamm-Desintegration in einen Zwischentank gefördert 02 Eine Skala mit sieben definierten Anschlagspunkten erleichtert eine gleichmäßige Nachstellung des Stators über nur zwei Verstellschrauben 01 02 wlb UMWELTTECHNIK 3/2018 13