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wlb - UMWELTTECHNIK 2/2018

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t MESSE SPECIAL

t MESSE SPECIAL PRODUKTION SPURENSTOFFE SICHER ENTFERNEN Wie beseitigt man möglichst gründlich Arzneimittelrückstände aus dem Abwasser? Ein deutsches Pharmaunternehmen setzt auf eine sehr effiziente Oxidationanlage, die in mehrfacher Hinsicht flexibel ist. Pharmawirkstoffe sind schwer abbaubar. Schließlich sollen sie möglichst stabil sein, damit die entsprechenden Moleküle nach Einnahme auch an der richtigen Stelle im Körper ankommen, bevor sie metabolisiert werden. Von Pharmaproduzenten wird gefordert, dass sie ihr Abwasser von den Wirkstoffen befreien. Die Wirkstoffe werden durch Oxidation zerstört. So entstehen neue, kürzere Molekülketten, die nicht mehr die Eigenschaften der ursprünglichen Wirkstoffe besitzen. Idealerweise wird so lange oxidiert, bis nur noch Kohlenstoffdioxid und Wasser übrigbleiben. Eine solche Oxidation lässt sich auf vielfältigem Weg erreichen. Ozon ist ein übliches Oxidationsmittel, für dessen Einsatz aber eine spezielle Ausbildung und besondere Sicherheitsvorkehrungen erforderlich sind. Autor: David Frogier de Ponlevoy, freier Autor, Darmstadt 01 Im hier beschriebenen Praxisbeispiel sollte eine Pharmaproduktion erweitert werden. Das Unternehmen war dafür auf der Suche nach einem System, das die Wirkstoffe ohne Rückstände aus dem Wasser entfernt, das einfach zu bedienen ist und dabei gleichzeitig ein langfristig überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Mit Hilfe von EnviroChemie entschieden sich die Medikamentenhersteller für eine Oxidation mittels Wasserstoffperoxid und UV- Strahlung. Eine Anlagentechnik, die der Wasserspezialist in flexibel erweiterbaren Modulen, Envochem AOP, zur Verfügung stellt. EFFIZIENT UND SICHER ZU HANDHABEN Wasserstoffperoxid ist ein sicheres Oxidationsmittel, das bei Bestrahlung mit UV-Licht in Radikale zerfällt, die bevorzugt mit Doppelbindungen reagieren, wie sie in den Arzneimittelwirkstoffen üblich sind. Nach der Behandlung bleiben keinerlei Wirkstoffe übrig und es fallen keine Reststoffe an. Im Gegensatz zu Ozon ist Wasserstoffperoxid jedoch einfach und sicher zu handhaben. Es wird dem Abwasser direkt im Envochem AOP-Modul zugefügt. Anschließend wird eine 20-m³- Charge in dieser Anwendung bis zu 24 h lang mit UV-Licht bestrahlt. Der vorbehandelte Teilstrom kann anschließend mit dem restlichen Abwasser gemischt und in die Kanalisation eingeleitet werden. Die exakt benötigte Dosis an Wasserstoffperoxid und UV-Strahlern wird zuvor im Labor berechnet und getestet. Bei diesen Messreihen wird auch immer der Worst Case angenommen, zum Beispiel eine ungewöhnlich hohe Belastung. Das gewünschte Limit ist dabei höchstens ein Mikrogramm an Wirkstoff pro Liter (μg/l), es wird beim hier beschriebenen Beispiel auch dann erreicht, wenn 10 000 µg Rückstände eingeleitet werden sollten. FLEXIBEL UND JEDERZEIT NACHJUSTIERBAR Der Vorteil des Moduls ist die einfache Nachjustrierbarkeit, wenn sich Parameter ändern sollten. Die Hardware muss dabei aber nicht verändert werden. Natürlich erfordern veränderte Parameter wiederum neue Labortests. Als Lohnfertiger und Dienstleister, der sich auf orale, sterile und hochkonzentrierte pharmazeutische Produkte und Wirkstoffe spezialisiert hat, ist dem Pharmaunternehmen diese Flexibilität sehr wichtig. Aufgrund ihrer Modulbauweise lässt sich die Anlage flexibel handhaben und nachjustieren. Ein einzelnes Modul behandelt derzeit im beschriebenen Praxisbeispiel 25 m 3 Abwasser pro Tag. Bei einer Erweiterung des Doppelstockcontainers könnten einfach ein weiterer Reaktor sowie ein Pufferbehälter hinzugefügt werden. Der erforderliche Platz dafür wurde bereits jetzt mit eingeplant. Die Modulbauweise hat zudem den Vorteil, dass die Anlage weder in die Produktionshalle eingegliedert werden muss, noch einen eigenen Neubau braucht. Ein Neubau wäre mit langen Planungs- 01 Die verschiedenen Anlagekomponenten sind kompakt im Anlagenmodul angeordnet 02 Die Grafik zeigt die API-Oxidation in Korrelation zur CSB-Reduktion; sehr exakt lässt sich so bestimmen, ab welchem CSB-Wert der im Wasser befindliche Wirkstoff zu 99,9 % beseitigt ist 42 wlb UMWELTTECHNIK 2/2018

t MESSE SPECIAL zeiten verbunden. Für die Modul-Anlage, die vor der Halle platziert wird, laufen die Genehmigungen deutlich schneller ab. Bei Bedarf kann der Nutzer die Anlage sogar abbauen und an einem anderen Standort errichten. Das Envochem AOP-Modul versorgt im vorgestellten Praxisbeispiel den Kunden gleichzeitig mit Flexibilität und Sicherheit. Da eine solche Abwasseranlage bis zu 20 Jahre lang verlässlich arbeitet, ist die flexible Erweiterungsoption umso wertvoller. Die Anlage ist einfach zu bedienen und instand zu halten und kann mit eigenem Bestandspersonal bedient werden. Halle A2, Stand 245 www.envirochemie.com 02 ACO. Entwässerung – professionell planen Gestalten Sie mit innovativen ACO Produkten die Entwässerung in den Anwendungsbereichen: Besuchen Sie uns! ■ ■ ■ Infrastruktur Urban Industrie und Logistik ACO auf der IFAT München, 14. - 18. Mai Halle B3, Stand 229/328 Weitere Informationen unter: www.aco-tiefbau.de AZ_Tiefbau_IFAT_185x130.indd ACO-Tiefbau.indd 1 1 18.04.2018 19.04.2018 14:48:41 08:41:34 wlb UMWELTTECHNIK 2/2018 43