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wlb - UMWELTTECHNIK 2/2018

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t MESSE SPECIAL

t MESSE SPECIAL COMPLIANCE SCHUTZ KRITISCHER INFRASTRUKTUREN Wie alle über das Internet kommunizierenden Systeme sind auch vernetzte Gewerke in der Wasserwirtschaft potenzielle Ziele von Cyber-Attacken. Deren Folgen können die Ver- und Entsorgung erheblich beeinträchtigen. Dr. Andreas Pirsing kommentiert, wie sich Betreiber kritischer Infrastrukturanlagen dieser Thematik stellen, wie sie die relevante IT-Infrastruktur und somit ihre Anlagen mit angemessenem Aufwand schützen können. Autor: Dr. Andreas Pirsing, Leiter Kompetenz-Zentrum Wasser & Abwasser, Siemens AG, Berlin Einrichtungen und Anlagen der Wasserwirtschaft zählen zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“ (Kritis). In Zeiten zunehmender Cyber-Attacken rückt auch auf diesem Gebiet die IT-Infrastruktur in den Fokus, ohne die selbst kleinere Wasserwerke oder Kläranlagen heute kaum oder nicht mehr wirtschaftlich zu betreiben sind. Die Unternehmen der Wasser wirtschaft sind somit mehr denn je gefordert, ihre IT-Security ständig auf dem aktuellen Stand zu halten. Unterstützung dabei bieten die Branchenverbände DWA und DVGW, die mit dem Merkblatt DWA-M 1060 einen Standard für den Schutz von Anlagen in der Wasser- und Abwasserwirtschaft erstellt haben. Grundsätzlich braucht das Prozessumfeld der Wasserwirtschaft ein konsistentes IT-Sicherheitskonzept sowie strenge organisatorische Regeln. Alle Kommunikationseinrichtungen müssen kontinuierlich überwacht und die Zugänge klar definiert werden. Jeder einzelne Mitarbeiter muss für das Thema sensibilisiert und regelmäßig trainiert werden. Ein bewährter Ansatz für ein solches Sicherheitskonzept ist das in der IEC62443 definierte Defense-in-Depth-Modell. Erster von drei Schritten ist dabei der Aufbau eines umfassenden Security- Management- Programms für die Prozessführung, das die organisatorischen und technischen Grundlagen legt. Im zweiten Schritt gilt es, relevante Anlagen(teile) zu identifizieren und dafür eine Risikoanalyse zu erstellen, um daraus notwendige Schutzmaßnahmen abzuleiten. Ein guter Kompromiss zwischen Sicherheit und Offenheit sind Firewalls, die ein sogenanntes Perimeter-Netzwerk, eine „demilitarisierte Zone“ (DMZ), bilden und damit den Zugriff von außen auf fest definierte Ports oder dedizierte Rechnersysteme beschränken. Nur der Benutzer, der ein gültiges Zertifikat besitzt, erhält Zugriff. Ist der Benutzer eindeutig identifiziert, hat er nur Zugriff auf die für ihn freigegebenen Systeme und darf sich nur entsprechend der Freigaberegeln bewegen. Alle Zugriffe von außen können mittels VPN verschlüsselt und zur Kontrolle mitprotokolliert werden. Etabliert sind zudem in puncto Kommunikation besonders gehärtete Controller, die auch in Extremsituationen unbeeinträchtigt weiterarbeiten. Die Hersteller generieren dazu angepasste Last szenarien und Protokollangriffe, um die Netzwerkrobustheit zu testen und kontinuierlich zu verbessern. Hinzu kommen verschiedene softwareseitige Schutzmechanismen, wobei die Sicherheitsfunktionen einfach zu konfigurieren sein müssen, um akzeptiert zu werden. Dritter Schritt des Sicherheitskonzepts ist ein kontinuierliches Monitoring mit dem Ziel, Ereignisse zu analysieren, um bei Gefahr schnell angemessen reagieren zu können. Die Erkenntnisse daraus fließen idealerweise wieder zurück ins Security-Management. Damit ist klar: IT-Security ist kein einmaliges Projekt, sondern ein fortwährender Prozess, der sich den wandelnden Bedrohungen anpasst. Konsequent umgesetzt, lassen sich so dezentrale Gewerke sicher an zentrale Leitsysteme anbinden und via Fernwirktechnik steuern. Leistungsfähige Kommunikationstechnik erlaubt die Inte gration bisher autarker Leitsysteme zu einem Verbund. Und damit paralleles, anlagenübergreifendes Bedienen und Beobachten mehrerer Anlagen. Den richtigen Weg zur sicheren IT-Infrastruktur kann ein Risikound Schwachstellen-Assessment nach ISO 27001 weisen. Basierend darauf können Unternehmen Risiken erkennen und diese mit angepassten Aufwand minimieren. Halle A1, Stand 439 Foto: Sebastian Ohramenko www.siemens.de 40 wlb UMWELTTECHNIK 2/2018

EFFIZIENTE NE-METALL-RÜCKGEWINNUNG Erst der effiziente Anlagenaufbau führt zu einer sehr hohen Aufbereitungsquote an wiederverwertbarem Feinmetall bei der Aufbereitung zerkleinerter Automobile. Der Recyclingprozess startet mit der Aufkonzentrierung langer Kupferkabel durch einen Langteilabscheider des Recyclingspezialisten Jöst. Daran schließt sich die Siebung der Fraktion 0–12 mm mit ca. 4 mm im Spannwellensieb Topcilla an. Sowohl die Fraktion 0–4 mm, als auch die Fraktion von 4–12 mm werden jeweils zu einem K-Sichter geführt. Ein wichtiges Merkmal bei der Materialzuführung stellen Schwingförderrinnen dar, die über die gesamte Sichterbreite die Produktverteilung vornehmen. Die Schwergutfraktion, bestehend aus Mineralik und Metall, wird vom Trenntisch in einen Recovermax Separator von BPS geführt. Dieser separiert die mineralischen Bestandteile aus der Schwergutfraktion. Im folgenden Recyclingprozess entzieht ein Trommelmagnet der Metallfraktion restliche magnetische Bestandteile. Eine weitere Siebmaschine klassiert die verbleibende Fraktion in drei Größen. Jeder Größen-Materialstrom gelangt anschließend an einen dreifach Trenntisch, um die restlichen, aufgeschlossenen, leichten Partikel abzutrennen. Halle B5, Stand 429 www.joest.com Digitale Planerunterstützung RIESENPUMPEN FÜR DEN ABWASSERTRANSPORT Um der weltweiten Zunahme extragroßer Abwasserprojekte Rechnung zu tragen, hat KSB ihr Angebot an großen trockenaufgestellten Abwasserpumpen deutlich erweitert. Deshalb hat der Pumpenhersteller die Konstruktion seiner Baureihe Sewatec um 15 Baugrößen ergänzt. Die maximale Fördermenge der größten Ausführung wird bis zu 33 000 m³/h betragen und die Antriebsleistung bei über 1 MW liegen. Bei dieser Baureihe handelt es sich um horizontal oder vertikal aufstellbare einstufige Spiralgehäusepumpen in Prozessbauweise. Diese können abhängig vom Fördermedium mit verschiedenen Laufradformen, wie zum Beispiel Mehrkanal- und Freistromrädern sowie Einschaufelrädern, bestückt werden. Die Gehäuse besitzen einen auswechselbaren Spaltring und sind je nach Baugröße mit oder ohne Reinigungsöffnung ausgestattet. Die Saugstutzen sind immer axial angeordnet. Bei den Druckstutzen gibt es die Möglichkeit, zwischen einer radialen und einer tangentialen Anordnung zu wählen. Dauerfett-geschmierte Wälzlager nehmen die Lagerkräfte auf. Halle B1, Stand 227/326 www.ksb.com n Bemessungsprogramme n Ausschreibungstexte n Zulassungen n Technische Daten n CAD-Zeichenservice Literatur-Tipp WASSERMANAGEMENT MIT SICHERHEITS- UND SPARFAKTOR Sicherheit für einen unserer wichtigsten Rohstoffe – Wasser – bietet allen voran die kontinuierliche Messung aktueller Pegelstände. Robuste Sensoren für die Einsätze im Wasser- und Abwasserbereich sind Vegaplus WL 61 und WL S 61. Ausgelegt für den weiten Temperaturbereich von –40 bis + 80 °C, schaffen sie völlige Unabhängigkeit von Umgebungsbedingungen, wie extremen Temperaturen, Sonne oder Schnee. Dabei halten sie auch Druck von bis zu 2 bar mühelos stand. Ihr Gehäuse aus hochbeständigem Kunststoff mit der Schutzart IP68 tut ein Übriges für den wartungsfreien Anlagenbetrieb. Dank der guten Fokussierung ihrer Radarsignale messen die Sensoren auch dort noch zuverlässig, wo spezielle Behältersituationen zu echten Herausforderungen werden: Bei beengten Platzverhältnissen oder starken Anhaftungen an Schachtwänden. Selbst bei turbulenter Wasseroberfläche oder Schaumbildung durch die Einleitung von Waschmittelrückständen ist eine einwandfreie Funktion der Pumpensteuerung sichergestellt. Halle C1, Stand 239 www.vega.com MAGNETGELAGERTER TURBOVERDICHTER Sulzer stellt zwei Erweiterungen des Produktprogramms sowie erstmals die Magnetlagerung eines Turboverdichters in Originalgröße vor. Der Hersteller wird künftig auch Pumpen für Rein-/Trinkwasser sowie Aggregate zur Zerkleinerung und Entfernung von Feststoffen aus Abwässern und Schlämmen anbieten. Technisches Highlight wird die funktionsfähige Magnetlagerung eines HST-Turboverdichters mit ICE-Controller sein. Keine andere Antriebs- und Lagerungsart bietet laut Hersteller diesen Wirkungsgrad, diese Stabilität und Komponentenlebensdauer. Halle B1, Stand 321/420 www.sulzer.com München, 14. – 18.05.2018 Halle A1 · Stand 405 /504 www.mall.info