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wlb - UMWELTTECHNIK 2/2018

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t MESSE SPECIAL

t MESSE SPECIAL ANLAGENBAU ENERGIEMANAGEMENT DECKT VERSTECKTE POTENZIALE AUF Kläranlagen sind wahre Energiefresser. Mit einem softwaregestützten Energiemanagement kann der Betreiber Zeit und Geld sparen. Wir sprachen mit Christian Fink von der Flowchief GmbH über die Software e-Gem. Herr Fink, der Energieverbrauch von Kläranlagen ist ein wesentlicher Kostenfaktor für die Betreiber. Wie können Sie die Effizienz ihrer Anlage beurteilen? In der Tat sind Kläranlagen wahre Energiefresser. Mit 25 bis 50 Prozent fällt ein Großteil der gesamten Energiekosten auf die Abwasserreinigung zurück. Ein einfacher Energiecheck bringt einen ersten Eindruck der Effizienz der gesamten Anlage. Dazu bestimmt man zunächst den spezifischen Energieverbrauch, indem der Jahresenergieverbrauch auf die angefallene Schmutzwassermenge und den Einwohnerwert der Kläranlage bezogen wird. Stehen keine aussagekräftigen Messwerte zur Verfügung, kann die Rechnung des Versorgers herangezogen werden. Die DWA hat hierzu ein Arbeitsblatt (A-216) mit Kennwerten für unterschiedliche Anlagengrößen herausgegeben. Überschreitet der Energieverbrauch die deutschlandweiten Mittelwerte, lässt dies auf Einsparpotenziale in der Anlage schließen. Entsprechend kann eine Überprüfung der einzelnen Anlagenteile, wie Belüftung oder Pumpwerke, erfolgen. Den jährlichen Gesamt-Energiever- brauch der einzelnen Anlagenteile erhält man bestenfalls aus bereits vorhandener Software wie einem Scada-System oder einem Betriebstagebuch, ansonsten muss die Messung manuell erfolgen. Welchen Vorteil bringt ein softwaregestütztes Energiemanagement? Einfach gesagt sparen Sie mit der Flowchief-Energiemanagementsoftware Zeit und Geld, denn e-Gem nimmt Ihnen viele Aufgaben von der Energieerfassung bis zur Auswertung ab. Verbrauchsdaten werden automatisiert aus der bestehenden Messtechnik oder den Scada-Systemen ausgelesen. Haben Anlagenteile keine eigene Messdatenerfassung, lassen sich die Verbrauchsdaten entweder per Smartphone-App einpflegen oder es werden Messgeräte nachgerüstet. Parallel zu den Verbrauchsdaten erfasst e-Gem auch andere Messwerte wie Wetterdaten und Niveaustände oder Laborwerte wie Zu- und Ablauffrachten – lückenlos und transparent. Aus all diesen Daten erstellt die Software automatisch Energiekennzahlen wie zum Beispiel den spezifischen Gesamtstromverbrauch. Diese Messdaten und Kennzahlen lassen sich anhand von integrierten Funktionen wie Dashboards, Kurven oder Berichten fortlaufend analysieren. Die gewonnene Datenbasis ist eine wertvolle Grundlage zur Ableitung von Energieeinsparmaß nahmen und zur Überprüfung ihrer Wirksamkeit. Zudem erhalten Sie Ihre Verbrauchsdaten und Kennzahlen quasi in Echtzeit. Bei der manuellen Analyse können Sie Kennwerte im besten Fall über Monate erstellen. E-Gem ermöglicht Ihnen die Analyse aller Daten auch auf Minuten-, Stunden- oder Tagesebene. 36 wlb UMWELTTECHNIK 2/2018

® Innovationen rund ums Heizen und Beheizen Oftmals ist der Installations- und Implementierungsaufwand eines entsprechenden Systems sehr hoch – wie sieht das bei e-Gem aus? Der Aufwand für Installation und Implementierung ist bei e-Gem sehr gering, denn das System ist auf einer Windows-Workstation lauffähig und nutzt eine gängige Microsoft-SQL-Datenbank. Bereits vorhandene Verbrauchsdaten können sehr einfach in das System eingelesen werden. Das Anlegen der Zähler erfolgt je nach Messtechnik automatisiert. Die Nutzer greifen auf e-Gem ausschließlich mit gängigen Web- Browsern zu, das heißt, sämt liche Daten stehen den Anwendern immer und überall zur Verfügung: am Büroarbeitsplatz, auf dem Smartphone oder direkt am Energiemanagement- Rechner. Ist bereits ein Flowchief-Prozessleitsystem vorhanden, kann das Energiemanagementsystem auch einfach als Add-on zur Leittechnik lizenziert werden. In diesem Fall ist keine eigene Hardware notwendig. Wie hoch sind die Kosteneinsparungen durch den Einsatz der Software? Lässt sich das beziffern? Eine konkrete Bezifferung ist schwierig, da sich das Einsparpotenzial von Anlage zu Anlage unterscheidet. Zweifelsfrei hilft Ihnen e-Gem aber dabei, versteckte Potenziale zu finden. Ein weiterer wesentlicher Faktor ist der Zeitgewinn. Das manuelle Eintragen von Werten in Excel- Mit der entsprechenden Software lässt sich das Energiemanagement auf Kläranlagen optimieren Listen, das Berechnen der tatsächlichen Kosten oder das Erstellen der Berichte übernimmt e- Gem. Werden auf der Kläranlage regelmäßige externe Audits durchgeführt oder soll gar ein Energiemanagementsystem nach ISO 50001 eingeführt werden, enthält die Software bereits viele dafür nötige Auswer tungen. Weiterhin stellt e-Gem Funktionen zur Verfügung, auf deren Basis sich zum Beispiel ein Lastmanagement auf der Anlage installieren lässt. Damit ist es möglich, die Versorgerrechnungen signifikant zu reduzieren, da Lastspitzen effektiv vermieden werden können. Für welche Branchen ist e-Gem attraktiv? E-Gem wird branchenübergreifend gewinnbringend eingesetzt. In der Prozessindustrie und in Fertigungsbetrieben, in vielen mittelständischen Betrieben oder in der Wasserbranche – hier übrigens neben Kläranlagen auch bei Wasserversorgern. Die Systemstruktur erlaubt zusätzlich einen Einsatz als Cloud-Lösung. E-Gem läuft als Dienst in einem Rechenzentrum. Daten können per Fernwirktechnik oder auch per E-Mail an das System übertragen werden, das bedeutet, für das Energiemanagement wird keine eigene Hardware benötigt. Energieversorgungsunternehmen nutzen e-Gem beispielsweise, um ihren Kunden einfache Dienste wie Dashboards oder Trendanalysen zur Verfügung zu stellen. (eli) Halle C1, Stand 228 www.flowchief.de Christian Fink, Leiter Produktmanagement, Flowchief GmbH, Fürth Flexible elektrische Heiztechnik • Heizschläuche • Rohrbegleitheizungen • Behälter- / Fassheizungen • Heizplatten • Heiztische • Sonderlösungen Hillesheim GmbH Am Haltepunkt 12 D-68753 Waghäusel Tel.: 0 72 54 / 92 56-0 E-Mail: info@hillesheim-gmbh.de www.hillesheim-gmbh.de