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wlb - UMWELTTECHNIK 2/2018

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t MESSE SPECIAL

t MESSE SPECIAL ANLAGENBAU LANGFRISTIGER SCHUTZ VOR KORROSION IM ABWASSERSCHACHT Lebensdauer-Zyklen spielen eine zentrale Rolle bei der wirtschaftlichen Betrachtung von Abwasseranlagen. An vielen vorhandenen Bauwerken der kommunalen Abwasserentsorgung nagt der Zahn der Zeit. Betonschächte und deren verbaute Stahlelemente werden durch korrosive Atmosphären instabil und müssen kurz- und mittelfristig ersetzt werden. Sauerstoffeinträge in das Abwasser sowie widerstandsfähige und nachhaltige Werkstoffe in Schachtbauten sollen dabei helfen, dass Schäden erst gar nicht entstehen. Die Praxis zeigt, dass Schäden in Abwassertransportsystemen häufig durch Schwefelwasserstoff (H 2 S) verursacht werden. Er gilt als Hauptverursacher von Korrosion an zementgebundenen und metallischen Werkstoffen. H 2 S entsteht bei Abbauvorgängen von Harn, Fäkalien und Eiweißen aus der Industrie, die in der Regel an die öffentliche Kanalisation übergeben werden. Einflussfaktoren für die Entstehung von H 2 S sind Temperatur, Sulfidgehalt, Sauerstoffdefizit, Sielhautflächen, Aufenthaltszeiten sowie Abwassermengen und Fließgeschwindigkeiten. Aufgrund von Frischwasser-Sparmaßnahmen (z. B. 3-Liter-Taste beim WC) nimmt der prozentuale Anteil von Feststoffen im Abwasser zu und damit steigt auch die Zunahme von Schäden durch H 2 S. SINNVOLLE PLANUNG REDUZIERT SCHADENS AUSMASS In der Regel gilt es, das Abwasser möglichst frisch (mit einem hohen Sauerstoffanteil) und schnell (mit geringen Aufenthaltszeiten in der Abwasserleitung) zur Kläranlage zu fördern. Hersteller von Abwasseranlagen sorgen mit den unterschiedlichsten Maßnahmen dafür, dass diese Bedingungen eingehalten werden. So setzt Pentair Jung Pumpen u. a. auf ein zusätzliches Spülrohr auf der Pumpenhydraulik, das im Bypass Abwasser auf die Wasseroberfläche des Schachtes spritzt. Damit wird das Wachstum von Fettschichten an der Oberfläche verhindert und Luftsauerstoff gelangt in das Abwasservolumen. Eine weitere Maßnahme ist der Einsatz von Kompressoren. Diese drücken Luft in ein im Schacht verlegtes Lüftungsrohr und halten damit das Abwasser „frisch“. Um die Aufenthaltszeit von Abwasser in Druckentwässerungsanlagen zu verkürzen, wird mittels Kompressoren das Druckrohr alle zwei Stunden (oder situationsabhängig) gespült, um das Abwasser mit einem hohen Sauerstoffgehalt zur Kläranlage zu transportieren. Autor: Dr.-Ing. Andreas Kämpf, Marketingleiter, Jung Pumpen GmbH, Steinhagen 22 wlb UMWELTTECHNIK 2/2018

t t MESSE SPECIAL Ein sogenannter Druckleitungsendschacht dient am Ende der Druckentwässerungsanlage der turbulenzfreien Übergabe des Abwassers. Dieses wird dabei unterhalb des Wasserspiegels in den Schacht eingeleitet, wodurch verhindert wird, dass H 2 S ausgast. Neue Schachteinbauten aus hochfestem Kunststoff und Edelstahl wurden gegen die alten Schachteinbauten aus Grauguss ausgetauscht, der Schacht bleibt „Geeignete Werkstoffe in der Abwasserinfrastruktur helfen, langfristig korrosive Schäden an den Bauwerken zu vermeiden.“ Dr.-Ing. Andreas Kämpf GEEIGNETE WERKSTOFFE VERWENDEN Die Entstehung von H 2 S in kommunalen Abwasseranlagen ist nicht zu vermeiden. Aus diesem Grund ist der Einsatz von geeigneten Werkstoffen ein probates Mittel, Schäden durch korrosive Atmosphären langfristig zu verhindern. Durch den Einsatz von hochwertigen korrosionsbeständigen Kunststoffen lassen sich die Lebenszyklen der betroffenen Komponenten einer Pumpstation erheblich verlängern. Die Lebensdauer von Kunststoffschächten aus Polyethylen (PE-HD) oder Polypropylen (PP) ist mehr als doppelt so lang (ca. 100 Jahre) wie die von Betonschächten (ca. 25–40 Jahre). Während Kunststoffe als Schachtmaterial ursprünglich nur bei kleineren Druckentwässerungsschächten von ca. 800 mm Durchmesser verwendet wurden, wird heutzutage auch bei großen Pumpwerken auf Beton verzichtet und auf Kunststoffe gesetzt. Kunststoffschächte werden bis 3 m Durchmesser und einer maximalen Länge von 13,5 m von angeboten. Ihre Vorteile liegen auf der Hand: sie sind leicht zu transportieren und zu reinigen, indi viduell anpassbar, enthalten keine umwelt- oder gesundheitsschädlichen Additive für das Grundwasser und sie sind recycling fähig. Und vor allem sind sie korrosionsbeständig gegen H 2 S. Millionen von bereits verbauten Betonschächten, deren Hülle noch statisch stabil ist, können durch Kunststoff-Einbauten wieder verjüngt werden. Der Austausch von Pumpen-Traversen, Kupplungen oder Flanschen, die aus Polyphtalamid (PPA) gefertigt sind, garantieren dem Bauwerk noch etliche Jahre Fortbestand. Halle B1, Stand 435/534 www.jung-pumpen.de http://branchen.jumo.info 00033 Lösungen für die Wasser-/Abwasserbranche Optimale Wasserqualität braucht verlässliche Technologie. Machen Sie keine Kompromisse, wenn es um präzise und sichere Mess- und Regeltechnik speziell für den hygienisch sensiblen Bereich geht. Setzen Sie auf 70 Jahre Qualität, hohes Engagement und eine exzellente Branchenexpertise. Besuchen Sie uns vom 14. bis 18. Mai 2018 in Halle C1, Stand C1.333