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wlb - UMWELTTECHNIK 2/2018

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t MESSE SPECIAL t TITEL

t MESSE SPECIAL t TITEL sich das verdichte Gasgemisch erwärmt, weil die Moleküle durch den höheren Druck enger zusammenrücken. Ein Plus von 100 mbar zieht ein Temperaturdelta von + 10 °C nach sich. Dies erhöht die erforderliche Verdichtungsarbeit in Folge reduzierter Luftdichte und einem geringeren Sauerstoffgehalt der Ansaugluft. Mit der Außenaufstellung können die Delta Hybrid die Verlustwärme wesentlich effektiver an die Umgebung abgeben und ihrerseits Luft ansaugen, die nicht thermisch vorbelastet ist. Dieser Zusammenhang wirkt sich genauso auf die Energieeffizienz aus, wie der Einsatz einer in ihrer Leistung maßgeschneiderten Technik. Die vier Baugrößen der Delta Hybrid machen es möglich, die auf der Zeitachse am häufigsten auftretenden Lastpunkte mit dem besten Wirkungsgrad zu bedienen. Zudem sorgt der hohe Stellbereich der Delta Hybrid dafür, dass es großzügige Überlappungsbereiche zwischen den Aggregaten gibt. Diese sind notwendig, um auch bei fortwährenden Lastwechseln der Anlage ein optimales Einregeln aller Betriebspunkte und ein stabiles Einhalten der Regelungsvorgaben zu gewährleisten. Dies ist insbesondere im vorliegenden Fall wichtig, denn die Belebungsbecken der Kläranlage in Bingen sind nicht in fixe Zonen für den Ammoniumabbau und die Nitrifikation unterteilt. Vielmehr lassen sich durch Verschaltung von Beckenzonen und die präzise Luftsteuerung der am Beckenboden montierten Flächenlüfter die Bereiche der unterschiedlichen biologischen Abbauprozesse entsprechend der Schmutzfrachten variabel anpassen. In welche Bereiche Luft in welcher Menge gebracht wird, ist über steuerbare Regelschieber bedarfsgerecht einstellbar. Damit jedoch zu weit geschlossene Klappen nicht den Gegendruck in der Versorgungsleitung ansteigen lassen, gibt es eine Gleitdruckregelung. Dahinter steht das optimale Zusammenspiel aus Volumenstrom, Klappenstellung und Druck. „Zu weit geschlossene Drosseln vernichten schlicht Energie. 100 mbar mehr Druck bedeuten 20 % mehr Energieverbrauch“, macht der Planer deutlich. Wenn es darum gehe, die Qualität einer Anlage zu verbessern, dann „sind präzise, stabile und in der Geschwindigkeit auf die gekoppelten Prozesse abgestimmte Regelverfahren unabdingbar“. In Bingen arbeitet dafür im Hintergrund ein mehrstufiger Regelprozess mit einer Druckregelung als führende Größe für die Verdichtereinstellung mit einer Verzögerungszeit von etwa einer halben Minute. Zeitlich davon entkoppelt ist die Regelung der Sauerstoffkonzentrationen in den Belebungszonen mit Einschwingzeiten von etwa 10 bis 15 min, die auf die Regelschieber in der Druckluftzuleitung wirken. Deren Stellung sorgt für die kontinuierliche Anpassung des Systemdruckes und bewirkt damit die oben genannte Gleitdruckregelung. ERFOLG AUF GANZER LINIE Die grundlegende Modernisierung der Biologie in der Kläranlage Bingen zeigt, wie sich eine Anlagenauslegung durch Modellierungsverfahren verbessern lässt. Mit integralen Regelungsansätzen sowie dem Einsatz moderner Gebläsetechnik steigen dabei erheblich die Effizienz und Eliminationsleistung bestehender Kläranlagen. Die im Zuge der Modellierung vorhergesagten Verbesserungen der Energieeffizienz sowie Stickstoffeinleitwerte konnten bei Wahrung des Kostenrahmens in vollem Umfang realisiert werden. Es gelang, die organische Restbelastung sowie die biologische Phosphorelimination zu verbessern. Die Fällmittelzugabe erfolgt seither fast ausschließlich zur H 2 S-Bindung im Bereich der Faulgasproduktion. Die angestrebten Projektziele wurden somit in vollem Umfang erfüllt und teils sogar übertroffen. Halle A3, Stand 351/450 www.aerzen.com 03 Bestandsanalysen geben im Vorfeld von Modernisierungen Aufschluss darüber, in welchen Bereichen sich mit welchen Maßnahmen die größten Verbesserungen erzielen lassen 16 wlb UMWELTTECHNIK 2/2018

t MESSE SPECIAL FUNKENMELDEZENTRALE SICHERT RECYCLINGPROZESS Mit der stetig steigenden Bedeutung des Recyclings und der Rohstoffrückgewinnung erhöhen sich auch die Anforderungen an die Betriebe. Brandrisiken lauern in zahlreichen Phasen des Recyclingprozesses. Bei einem Unternehmen, das sich auf die Gewinnung von Recyclingmetallen spezialisiert hat, wurde die Filteranlage mit einer automatischen Funkenerkennung und -löschung von Grecon gesichert. Die turnusmäßige Wartung des sehr zuverlässig arbeitenden Systems lässt der Recyclingbetrieb vom 70 Mann starken Serviceteam des Herstellers ausführen. Die regelmäßige Wartung umfasst zahlreiche Funktionstests der Anlage, die Reinigung der Melder und Löschungen sowie gegebenenfalls Updates der Software der Funkenmeldezentrale. Zukünftige Produktionserweiterungen erfordern jetzt eine neue Absauganlage. Dazu wurde bereits im Vorfeld die Funkenmeldezentrale auf die aktuelle Generation erneuert. Die neue Funkenmeldezentrale (CC 5016) erlaubt eine einfachere Bedienung und stellt ein abgestuftes Alarmsystem durch frei programmierbare Alarmschwellen zur Verfügung. Halle B6, Stand 144 www.fagus-grecon.com ANWENDUNGSBEISPIELE FÜR WASSER 4.0 In Anlehnung an die Initiative Industrie 4.0 initiiert die GWP unter dem Begriff „Wasser 4.0“ die Diskussion, was dieser von Technologie getragene Wandel für die Wasserwirtschaft bedeuten kann. Endress+Hauser präsentiert in diesem Zusammenhang erste eigene Anwendungsbeispiele. So zeigen Messgeräte mit der Heartbeat Technology an, wie zuverlässig sie laufen und was Anwender tun können, um die Leistung ihrer Prozesse zu erhöhen. Sie liefern die Diagnosedaten digital, verifizieren die Leistung und überwachen alle Prozessdaten für Strategien zur vorausschauenden Wartung und zur Prozessoptimierung. Analysatoren zur Überwachung von Phosphor und Phosphat helfen bei der Abwasserüberwachung und Optimierung der Prozesssteuerung genauso wie neue kompakte Sensoren mit der bewährten digitalen Memosens Technologie. Um den Anforderungen des Water Safety Plan der WHO sowie die Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) gerecht zu werden, unterstützt Endress+Hauser Anlagenbetreiber durch kompetente Beratung und Auslegung von messtechnischen Lösungskonzepten. Die Basis hierfür bildet ein darauf abgestimmtes Produktportfolio, Know-how und Applikationskompetenz. Halle C1, Stand 415/550 www.de.endress.com Abwasser gereinigt + Phosphor gewonnen + Energie genutzt = 360°– Lösungen für nachhaltige Klärschlammbehandlung. Wir sind Veolia. Unser Angebot sind Veolutions, ganzheitliche Lösungen, die dabei helfen, Prozesse zu verbessern, Energie effizienter zu nutzen und Ressourcen zu schonen. Zum Beispiel beim Betrieb von Kläranlagen. Wir recyceln aus Abwasser Phosphor, der zu Dünger verarbeitet wird, und machen aus Klärschlamm Strom- und Wärmeenergie. Das reduziert drastisch die Klärschlammmengen, spart Kosten für die Entsorgung des Klärschlamms und macht zugleich Kläranlagen zu grünen Kraftwerken. Mehr erfahren Sie unter www.veolia.de Ressourcen für die Welt