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wlb - UMWELTTECHNIK 2/2018

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t MENSCHEN UND MÄRKTE

t MENSCHEN UND MÄRKTE KUNSTSTOFF-RECYCLING – WIE SOLL ES WEITERGEHEN? t t ERIC REHBOCK Hauptgeschäftsführer, bvse-Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung e.V., Bonn Der Importstopp Chinas für Kunststoffabfälle hat für viel Aufregung gesorgt. Jetzt gilt es, realistische Alternativen zu finden, denn die Mengen, die China bisher importiert hat, wird kein anderes Land zusätzlich einführen können. Es gibt keinen Zweifel, die Entsorgung von Kunststoffabfällen wird teurer. Das ist aber auch eine Chance, doch dazu ist ein Umdenken bei Industrie, Handel und der Politik erforderlich. Deshalb gilt für alle Betriebe: Kunststoffabfälle getrennt sammeln. Das reduziert die Kosten der Entsorgung, denn je sortenreiner Kunststoffabfälle gesammelt werden, desto eher lassen sie sich recyceln. Das spart gegenüber der teuren Verbrennung Kosten. Es geht aber auch um die Recyclingfähigkeit der Kunststoffprodukte. Die Hersteller sind hier gefordert: Sie müssen die Kunststoffprodukte so gestalten, dass sie nach ihrer Nutzungsphase recycelt werden können. Außerdem sollten sie bei der Produktion darauf achten, so viele Recyclingkunststoffe wie möglich einzusetzen. Denn das spart CO 2 und ist ein aktiver Beitrag für mehr Klimaschutz. www.bvse.de 10 wlb 2017/04 2018/01 UMWELTTECHNIK www.wasser-luft-und-boden.de 2/2018

t t t MENSCHEN UND MÄRKTE Eine smarte, nachhaltige und fachgerechte Lösung der Kunststoffproblematik steht auf der Agenda. In Hinblick auf Studien, die zeigen, in welchem Ausmaß sich auch in unseren Gewässern Mikroplastik findet, ist ein rasches und konsequentes Handeln aller Beteiligten wünschenswert. MICHAEL WIECZOREK Geschäftsführer, Lobbe Entsorgung West GmbH & Co. KG, Iserlohn Der seit Jahren viel diskutierte Plastikmüll im Meer und der von China verhängte Importstopp von Kunststoffabfällen haben dazu geführt, dass sich die EU vor wenigen Wochen sehr deutlich mit ihrer Kunststoffstrategie positioniert hat. Zwar wird es in Deutschland keinen Entsorgungsnotstand geben, da es genügend stoffliche und auch energetische Verwertungskapazitäten gibt. Allerdings ist es dringend an der Zeit, dass die Inverkehrbringer, Konsumenten und die Recyclingbranche überfällige Verhaltensänderungen entwickeln. Die Recyclingbranche erwartet, dass das am 1. Januar 2019 in Kraft tretende Verpackungsgesetz dazu führen wird, dass die Inverkehrbringer von Verkaufsverpackungen deren Recyclingfähigkeit deutlich steigern. Ebenso, dass die zentrale Stelle, die dualen Systeme und der Gesetzgeber bei fehlenden Kurskorrekturen zumindest entsprechende ökonomische Sanktionen konsequent vornehmen werden. Die deutsche Recyclingbranche sollte die aktuelle Situation Chinas als Chance begreifen. Die ökologische Verantwortung und die ökonomische Chance sind Anreize, weitere leistungsfähige Sortier- und Verwertungskapazitäten für Kunststoffe „made in Germany“ zu errichten. www.lobbe.de www.wasser-luft-und-boden.de wlb 2017/04 2018/01 11