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wlb - UMWELTTECHNIK 1/2018

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t KREISLAUFWIRTSCHAFT

t KREISLAUFWIRTSCHAFT ANLAGENBAU GESCHLOSSENER KREISLAUF BEIM POLYSTYROL-RECYCLING Mehr als 2,1 Mio. m³ expandiertes Polystyrol (EPS) fallen jedes Jahr allein in Deutschland als Abfall an. Problem ist jedoch nicht die bloße Masse, sondern vor allem die Zusammensetzung des Abfalls, zum Beispiel durch das zugesetzte Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD). Autor: Dipl. Ing. (FH) Christian Klaus, Projektingenieur, EPC Engineering & Technologies GmbH, Niederlassung Alzenau HBCD gilt weltweit als persistenter organischer Schadstoff (POP) und muss am Ende seiner Verwendung rückstandsfrei zerstört werden. Dieser Fakt sorgt dafür, dass HBCDhaltige EPS-Abfälle bislang verbrannt wurden. Die beiden deutschen Unternehmen EPC Engineering & Technologies GmbH und Creacycle GmbH haben gemeinsam mit dem Fraunhofer Institut (IVV Freising) eine Lösung für diese Problematik entwickelt: die Creasolv-Technologie. Die erste Anlage, die mit dieser Technologie ausgestattet ist, wird derzeit in den Niederlanden errichtet. Sie soll 2019 in Betrieb gehen und jährlich bis zu 3 300 t HBCD enthaltende Polystyrol-Abfälle wiederverwerten. Recycling-Anlagen, die mit der Creasolv-Technologie ausgestattet sind, können jegliche Art von Polystyrol-Abfällen verwerten – egal wie stark das Material verunreinigt ist. Dafür wird der Zielkunststoff mit einer speziellen Lösungsmittelformulierung selektiv herausgelöst. Die Flüssigkeit wird anschließend gefiltert und in mehreren Stufen gereinigt. Das gegebenenfalls enthaltene HBCD wird in diesen Reinigungsschritten vom Polystyrol abgetrennt. Zurück bleibt nur der hochreine Kunststoff, der wieder als Granulat vorliegt. Das Endprodukt ist geruchsneutral, enthält so gut wie keine Rückstände und kann nahezu uneingeschränkt wiederverwendet werden. Das Baseler Übereinkommen der Vereinten Nationen bezeichnet dieses Verfahren als die beste verfügbare Technologie zur Vorbehandlung von Abfällen, die mit POPs belastet sind. 46 wlb UMWELTTECHNIK 1/2018

t KREISLAUFWIRTSCHAFT Die erste Anlage, die derzeit in den Niederlanden gebaut wird, soll die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit dieser Closed- Loop-Lösung demonstrieren Insgesamt hat die Recycling-Anlage eine Grundfläche von etwa 300 m², hinzu kommen Lagerflächen und einige Nebenanlagen. Das Werk wird in einer modularen Bauweise errichtet. Bei eventuellen Änderungen der Rohstoffzusammensetzung kann die Anlage so leicht modifiziert werden. Zudem wurden bereits jetzt die nötigen Vorbereitungen getroffen, um eine zweite Ausbaustufe, nach einer erfolgreichen Inbetriebnahme zu realisieren. Der Bau der Anlage wurde durch die PolyStyreneLoop Kooperative (PSLoop), einer niederländischen Kooperative, initiiert. Diese zählt rund 60 Mitglieder und Unterstützer aus der gesamten Wertschöpfungskette des Polystyrol-Schaums in Europa, wie zum Beispiel Polystyrol-Schaumstoffhersteller oder Rohstoff- und Additivlieferanten. Mit dem Bau der Anlage sollen die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Closed-Loop-Lösung demonstriert werden. Sie wird neben dem Gelände der Firma ICL-IP errichtet werden. Das Unternehmen betreibt zudem eine Brom-Recovery- Unit, die das aus dem Prozess ausgeschleuste HBCD vernichtet und zugleich das gewonnene Brom wiederverwertet. Dieses kommt bei der Herstellung von PolyFR zum Einsatz, einem neuen Flammschutzmittel auf Polymerbasis. Das aus dem Recyclingprozess gewonnene, gereinigte Polystyrol wird schließlich erneut zur Produktion von EPS verwendet. Dadurch ist ein geschlossener Kreislauf bei der Wiederverwertung des EPS-Schaums bis zum Schluss gewährleistet. www.epc.com IMPRESSUM wlbUMWELTTECHNIK erscheint 2018 im 62. Jahrgang, ISSN 0938-8303 Redaktion Chefredakteurin: Dipl.-Ing. (FH) Eva Linder (eli) Tel.: 06131/992-325, E-Mail: e.linder@vfmz.de (verantwortlich für den redaktionellen Inhalt) Redakteurinnen: Dipl.-Chem. Katja Friedl (kf), Tel.: 06131/992-336, E-Mail: k.friedl@vfmz.de Dipl.-Ing. (FH) Anne Schaar (as), Tel.: 06131/992-330, E-Mail: a.schaar@vfmz.de Dipl.-Ing. (FH) Inga Ronsdorf (iro), Tel.: 06131/992-259, E-Mail: i.ronsdorf@vfmz.de Redaktionsassistenz: Ulla Winter, Tel.: 06131/992-347, E-Mail: u.winter@vfmz.de, Doris Buchenau, Angelina Haas, Melanie Lerch, Petra Weidt (Redaktionsadresse siehe Verlag) Grafik und Layout Sonja Schirmer, Anette Fröder, Anna Schätzlein, Mario Wüst Chef vom Dienst Dipl.-Ing. (FH) Winfried Bauer Anzeigen Oliver Jennen,Tel.: 06131/992-262, E-Mail: o.jennen@vfmz.de Andreas Zepig,Tel.: 06131/992-206, E-Mail: a.zepig@vfmz.de Nevenka Islamovic, Anzeigenverwaltung Tel. 06131/992-113, E-Mail: n.islamovic@vfmz.de Anzeigenpreisliste Nr. 60: gültig ab 1. Oktober 2017 www.vereinigte-fachverlage.info Leserservice vertriebsunion meynen GmbH & Co. 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