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wlb - UMWELTTECHNIK 1/2018

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t WASSER/ABWASSER DER WEG ZUM MODULAREN WASSERANALYSENMANAGEMENT Die sichere Wasserversorgung der Kommunen ist eine generationenübergreifende Aufgabe. Seit rund 25 Jahren investiert die Stadt Öhringen im Landkreis Hohenlohe daher kontinuierlich in die konsequente Modernisierung der Wasserinfrastruktur. Bei der Neuausrichtung des Wasseranalysemanagements spielen Online-Analyse-Systeme eine wichtige Rolle. Sie überwachen alle wesentlichen Parameter während des Betriebs und kommunizieren mit der übergeordneten Steuerung und dem Leitsystem. Mit einer Kapazität von 320 000 m³ Trinkwasser im Jahr versorgt das Werk heute etwa 22 000 Einwohner in Gemeinden im Hohenlohekreis. 30 wlb UMWELTTECHNIK 1/2018

t t WASSER/ABWASSER / ABWASSER VERÄNDERUNG DER BETRIEBSABLÄUFE Um die Betriebssicherheit weiter zu erhöhen und die Betriebsabläufe zu optimieren, wird in Öhringen kontinuierlich investiert. So wurde die alte Ozonanlage außer Betrieb genommen, eine neue UV-Anlage installiert und in diesem Zusammenhang auch das Wasseranalysekonzept hinterfragt. Bisher ging man nämlich davon aus, dass die Qualität der Rohwasser bereits hinreichend durch die regelmäßigen klassischen Rohwasseranalysen der Brunnen gesichert ist. Im Wasserwerk selbst wurden nur Gesamttrübung, pH-Wert, Restozongehalt und Chlordioxidgehalte am Ein- und Ausgang gemessen und die Daten über analoge Signale an das Prozessleitsystem übertragen. Für die Zukunft war dieses Konzept jedoch nicht mehr ausreichend. Die Optimierung der Anlagentechnik erforderte – auch im Hinblick auf die steigenden Anforderungen an das Wassermonitoring – eine Neuausrichtung des Wasseranalysemanagements. In enger Zusammenarbeit mit einem Institut für Wasserwirtschaft wurde ein neues Konzept entwickelt, das Auskunft über die gesamte Wasserqualität gibt. Die Analysegeräte sollen es ermöglichen, halb- oder sogar vollautomatische Steuerungs- und Regelaufgaben einzuleiten, ein frühzeitiges Warn- und Alarmsystem einzuführen und den Zustand der Aufbereitungstechnik zu überwachen. Bei der Auswahl der Messtechnik lag der Fokus zudem auf einem nachhaltigen, ökonomisch sinnvollen, zuverlässigen und ganzheitlichen Ansatz. KOMPAKTER EDELSTAHLSCHRANK Aus insgesamt 14 Messwürfeln und zwei automatischen Reinigungseinheiten wurde auf kleinstem Raum eine maßgeschneiderte Lösung erarbeitet. Die große „Messwand“ wurde dabei durch einen kompakten Edelstahlschrank ersetzt. Insgesamt sieben verschiedene Messwasser mit den passenden, individuell zusammengestellten Messwürfeln werden darin auf Trübung, pH-Wert, Redox-Potenzial, Leitfähigkeit und Chlordioxid analysiert. Die Reinigungseinheiten sorgen dafür, dass sich alle Messwasser berührenden Teile je nach Bedarf ohne manuelle Eingriffe reinigen lassen. Im alten Analysekonzept dagegen mussten die Sensoren bei den belagbildenden Wassern häufig von Hand gesäubert werden, was immer eine Außerbetriebnahme der Messstelle bedeutete. Im neuen Analysekonzept werden Parameter auf ein Displaymodul übertragen und dort angezeigt. Das 7"-große Touchdisplay kann sowohl am Gerät selbst, als auch über eine kostenlose Software konfiguriert werden. Beispielsweise sind R+I-Schemen, Bilder oder verschiedene Wertezusammenstellungen problemlos visualisierbar. An die übergeordnete SPS werden die Messwerte direkt vom Sensor über eine Profinet-Schnittstelle übertragen. MEMS-TECHNOLOGIE STATT GLASSONDEN Aufgrund dieser Kriterien entschied sich die Stadt Öhringen für das neue modulare und miniaturisierte Online-Analyse-System (Typ 8905) von Bürkert. Das kompakte, modular erweiterbare System für die Wasseranalytik arbeitet mit innovativer Mems-Technologie (Mikro-Elektro-Mechanische-Systeme) und ermöglichte es, die bisherigen Messstellen zu ersetzen, zu erweitern und die Messungen praxisgerecht und zukunftssicher zu gestalten. Im Gegensatz zu den früher üblichen Glassonden müssen die Mikrochips beispielsweise nicht ständig ausgetauscht werden. Die langen Standzeiten und großen Kalibrierintervalle der Mikrochips tragen zum wartungsarmen und zuverlässigen Betrieb bei. GERINGE BETRIEBSKOSTEN Weitere Aspekte, die für den Einsatz des Online-Analyse- Systems sprechen, sind die geringen Kosten im laufenden Betrieb und der minimale Messwasserverbrauch. Auch für die Zukunft sind die Wasserwerker in Öhringen bestens gerüstet. Die neue Technologieplattform entwickelt sich stetig weiter. Es wird kontinuierlich an Messwürfeln zur Wasseranalyse gearbeitet. Mit einem Windows Laptop und der kostenlosen Software „Bürkert Communicator“ können die Messwerte zudem jederzeit vor Ort ausgelesen oder konfiguriert werden. Dazu gehört zum Beispiel auch eine Auswahl an vordefinierten Funktionen bis hin zu Funktionsalgorithmen, die der Bediener selbst zusammenstellt. Der kundenspezifischen Auslegung sind somit kaum Grenzen gesetzt. Foto: Fotolia (#26030613, mashe) www.buerkert.de wlb UMWELTTECHNIK 1/2018 31