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wlb - UMWELTTECHNIK 1/2018

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t PRODUKTIONSINTEGRIERTER UMWELTSCHUTZ REGENWASSERREINIGUNG UND VERSICKERUNG Die DIBt-zugelassenen Systeme Sedisubstrator und Rigofill Inspect reinigen künftig das Oberflächenwasser an der Tank- und Rastanlage Nievenheim Ost, speichern es und lassen es anschließend kontrolliert versickern. Damit schützt die unterirdische Versickerungsanlage mit Sedimentationsstrecke von Fränkische das Grundwasser an der A 57, einer der Verkehrshauptschlagadern am Niederrhein – mit hoher Reinigungsleistung bei geringem Platzbedarf. Die zwölf Meter langen Sedisubstrator XL Anlagen DN600 behandeln stark belastete Regenabflüsse nach dem Zweistufen Prinzip: Die Sedimentation hält in einem ersten Schritt groben Schmutz sowie feine Partikel und Schlamm zurück und erfüllt damit bereits 98 % des geforderten Feststoffrückhalts. In der zweiten Reinigungsstufe absorbieren zwei Substratpatronen gelöste Schadstoffe wie Schwermetalle und halten Leichtflüssigkeiten, zum Beispiel Öl, zurück. Ist die hohe Bindekapazität der Substratpatrone erschöpft, wird lediglich das Adsorptionssubstrat gewechselt, ohne die Patrone entfernen zu müssen. www.fraenkische.com MEHR WACHSTUM BEI NATURFASER­ VERSTÄRKTEN KUNSTSTOFFEN Es gibt viele Gründe, Kunst stoffe mit Holz- oder Naturfasern aller Art zu füllen oder zu verstärken. Optische und haptische Gründe spielen eine Rolle, wenn sich Produkte von Standard-Kunststoffprodukten unterscheiden sollen. Insgesamt produzieren aktuell über 30 Compoundeure aus Europa mit unterschiedlichen Polymeren und Naturfasern etliche hundert Rezepturen. Die aktuelle Schätzung des Nova- Instituts kommt für 2017 auf etwa 80 000 t in Europa produzierter Naturfaser-Granulate, was ungefähr eine Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2012 bedeutet. Bis jedoch Mengen von mehreren Hunderttausend Tonnen erreicht werden, können noch einige Jahre vergehen. Das folgende Beispiel zeigt die zunehmende Marktetablierung sowie eine Vielfalt neuer, attraktiver Anwendungen. Aus dem Bereich „Consumer Electronics“ gibt es eine neue Anwendung – in einer Produktgruppe, in der akustische Eigenschaften der Schlüssel zum Erfolg sind. LG Electronics setzt mit dem Zellulose-basierten Granulat Aqvacomp erstmals ein Biokomposit-Material zur Herstellung von Laut sprechergehäusen ein. Das Material soll in Zukunft auch in der Autoindustrie zum Einsatz kommen. www.nova-institut.de TECHNOLOGIE ZUR WIEDERVERWENDUNG VON CO 2 Im November 2017 hat das Align-CCUS Konsortium den offiziellen Startschuss für das gleichnamige Projekt gegeben. Das Verbundprojekt besteht aus 31 Unternehmen, Forschungsinstituten und Universitäten aus fünf europäischen Ländern und erhält Fördergelder in Höhe vom ERA-NET ACT (Accelerating CCS Technologies) Fond. ACT ist eine Initiative der Europäischen Union, um die Entwicklung von sicheren und wirtschaftlichen CO 2 - Abscheidungs- und Speichertechnologien (Carbon Capture and Storage, CCS) zu beschleunigen. Asahi Kasei als führendes Unternehmen auf dem Gebiet der Ionenaustauschermembranen und der Chlor-Alkali-Elektrolysetechnologie wurde als Partner des Verbundprojektes ausgewählt. Für das Projekt stellt das Unternehmen ein alkalisches Elektrolysesystem zur Herstellung von Wasserstoff aus überschüssigem Strom. In Verbindung mit in Kraftwerken abgeschiedenem CO 2 kann dieser Wasserstoff in Ersatzkraftstoffe wie etwa Methanol und Dimethylether (DME) umgewandelt werden. Das alkalische Elektrolysesystem des Herstellers kann zur Nutzung im industriellen Maßstab vergrößert werden, besitzt eine hohe Energieaustauscheffizienz und trägt zur Senkung der CO 2 -Emissionen im Transportsektor und bei der Energie erzeugung bei. www.asahi-kasei.eu KREISLÄUFE IN INDUSTRIELLEN ANLAGEN SCHLIESSEN Envirochemie hat verschiedene Möglichkeiten entwickelt, um den Wasserkreislauf eines produzierenden Unternehmens auch ohne den Umweg über Oberflächengewässer schließen zu können, dazu ist ein produktionsintegriertes Wassermanagement sinnvoll. In Großwäschereien fallen beispielsweise große Mengen an Abwasser an, das in der Regel eine Temperatur zwischen 60 bis 80 °C hat. Daher spart hier eine Kreislaufführung Wasser und Energie ein. Über die Wäsche wird eine große organische Schmutzfracht in das Wasser eingetragen, die sich mittels biologischer Oxidation entfernen lässt. Dazu ist jedoch eine Abkühlung auf Temperaturen unter 40 °C notwendig, um die notwendigen Mikroorganismen nicht abzutöten. Um die Wärme aus dem Ab- wasser zurückzu gewinnen, wird dieses zunächst von Grobstoffen befreit und über einen Wärmeübertrager geleitet. Die Wärme wird zum Aufheizen des Waschwassers genutzt. Mittels Ultrafiltration wird das gereinigte Wasser zunächst von den Mikroorganismen befreit. In einem weiteren Membranfiltra tionsschritt (Umkehrosmose) werden nahezu vollständig alle gelösten Substanzen entfernt, sodass das Wasser anschließend Reinwasserqualität aufweist. Da die Qualitätsvorgaben in Wäschereien selten solch reines Wasser benötigen, kann dieses Wasser mit dem Wasser aus der Ultrafiltration, das bereits eine sehr gute Qualität aufweist, verschnitten werden. www.envirochemie.com 12 wlb UMWELTTECHNIK 1/2018

t PRODUKTIONSINTEGRIERTER UMWELTSCHUTZ ENERGIETRANSPARENZ UND -EINSPARUNG Mit Energie nachhaltig umzugehen, wird immer bedeutsamer. Um Energie einzusparen und einen „Go-Green-Effekt“ zu erzielen, ist die Identifikation von Einsparpotenzialen genauso wichtig, wie die Überwachung der nachhaltigen Umsetzung von Maßnahmen. Die Camille Bauer Metrawatt AG hat hierzu ein System entwickelt, das technische Funktionalitäten mit den Bedürfnissen eines gesamtheitlichen Energiemanagements in einen Konsens bringt. Unter dem Dach des „4-in-1“-Prinzips bietet das industrielle Energiemanagementsystem individuelle Leistungspakete, um verschiedenste Energieformen zu visualisieren und ein Reporting in Leitzentralen zu ermöglichen. Dabei spielt die Ausprägung der Energie, wie z. B. Gas, Wasser, Abwasser, Strom etc. keine Rolle. Auch die physikalischen Messgrößen wie Druck, Temperatur, elektrische Größen etc. werden durch die smarte Lösung des Energiemanagementsystems berücksichtigt. Dies bietet unter anderem eine gute und solide Basis, um den Energieverbrauch mit anderen Unternehmen im ähnlichen Leistungssegment zu vergleichen. www.camillebauer.com NETZWERK-KONZEPT MIT GANZHEITLICHEM ANSATZ Produzierende Unternehmen müssen wirtschaftlich agieren, gesetzliche Rahmenbedingungen einhalten und gleichzeitig Emissionen reduzieren, um die Energieeffizienzziele der Bundesregierung zu erreichen. Genau hier setzt die deutsche Energieeffizienz-Netzwerk-Initiative an. Bis 2020 sollen 500 Energieeffizienz-Netzwerke aufgebaut werden, die perspektivisch zu Einsparungen von bis zu fünf Millionen Tonnen Treibhausgasemissionen führen. Dieses ambitionierte Ziel schafft Raum für smarte Ideen von Netzwerkgründern. Das Green-Netzwerk ist einer dieser Impulsgeber, initiiert von der Ifu Hamburg GmbH und Arcanum Energy aus Unna. Dabei steht es für „1. Generation eines Ressourcen- und Energieeffizienz-Netzwerkes“. Es ist das erste Netzwerk, das einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt – den der sogenannten Ressourceneffizienz. Ziel des Netzwerk-Konzeptes ist ein geringerer Energieeinsatz durch optimierte Prozesse sowie das Reduzieren von Produktionsresten und dadurch eine Erhöhung der Wertschöpfung. Durch das gleichzeitige Analysieren von Energie- und Materialflüssen werden weitaus größere Optimierungspotenziale aufgedeckt als bei einer isolierten Betrachtungsweise der Energieeffizienz. www.ifu.com STUDIE ZU ENERGIE AUS ABWASSER Etwa 14 % der zum Heizen von Gebäuden benötigten Wärme könnte in Deutschland mit Energie aus Abwasser gedeckt werden. Dies zeigt eine von Uhrig beauftragte Studie des Beratungsunternehmens Enervis. Abwasser kann zum Heizen genutzt werden, indem die im Abwasser gespeicherte Restwärme mithilfe einer Wärmepumpe nutzbar gemacht wird. Da im Vergleich zu konventionellen Heiztechniken deutlich weniger CO 2 ausgestoßen wird, entsteht ein erheblicher Klimaschutzeffekt. Die Studie zeigt, dass das brachliegende Potenzial mit rd. 100 TWh sehr hoch ist. Selbst bei einem konservativen Ausbaupfad von 35 TWh bis 2030 könnte etwa 5,5 % der Heizwärme in Deutschland durch Energie aus Abwasser bereitgestellt werden. Da Energie aus Abwasser im Vergleich zu konventionellen Heiztechnologien nicht nur umweltfreundlicher ist, sondern auch weniger Kosten verursacht, senkt ein solcher Ausbau nicht nur die Emissionen um 39 Mio. t CO 2 , sondern führt auch zu Kosten-Einsparungen in Höhe von 14 Mrd. EUR. Das Potenzial von Energie aus Abwasser kann noch gesteigert werden, wenn die Anlagen im Sommer auch zur Kühlung eingesetzt werden. www.uhrig-bau.de MIT RESSOURCENCHECKS EFFIZIENT PRODUZIEREN Die Reduzierung von Ausschuss, eine effiziente Wärme- und Kältetechnik oder stromsparende Beleuchtung: In Unternehmen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, um Material und Energie einzusparen und effizienter zu produzieren.Das VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) hat neue, maßgeschneiderte Ressourcenchecks entwickelt, um kleine und mittlere Unternehmen (KMU) beim Aufspüren von Ressourceneffizienzpotenzialen zu unterstützen. KMU können die Checks für verschiedene Fertigungs- und prozessorientierte Verfahren anwenden. Das Besondere am dynamischen Konfigurator-Tool ist, dass es auf die individuellen Anforderungen der Unternehmen aus gerichtet ist. Neben dem neuen Konfigurator-Tool bietet das VDI ZRE auf seiner Website auch die bewährten statischen Ressourcenchecks an. www.ressource-deutschland.de FILTERANLAGE FÜR ENTFLAMMBARE GEMISCHE Die ULT AG hat ihre Geräteserie LAS 260 um eine leitfähige Version erweitert. Damit eignet sich die Anlage insbesondere für Absaug- und Filteraufgaben bei der Bearbeitung von Materialien, die leicht entflammbar sind bzw. ein explosionsfähiges Staub-/ Luftgemisch bilden können, beispielsweise Titan. Leicht entflammbare Luftgemische stellen für die Erfassung und Filtration eine besondere Herausforderung dar. Ein spezielles Geräte- und Filterkonzept war daher vonnöten, um zu gewährleisten, dass in der Filteranlage keine zusätzliche Zündquelle entstehen kann. In der neuen Ausführung sind die beiden Filterstufen (F9, H14) geerdet ausgeführt. Zusätzlich sind die elektronischen Komponenten in Spezialausführungen verbaut. Dieses Absaug- und Filtergerät LAS 260 wurde zur Beseitigung luftgetragener Schadstoffe bei Materialbearbeitungsprozessen, etwa mittels Laser- oder Schweißverfahren entwickelt. Aufgrund des eigens konfigurierten Anlagenkonzepts für lange Filterstandzeiten erhalten Anwender eine ökonomische Lösung für langfristige Kosteneinsparungen in puncto Filterwechsel und Energiemanagement. www.ult.de wlb UMWELTTECHNIK 1/2018 13